Mit Rechten leben

Darf man mit Faschisten reden? Die Autorin Caroline Sommerfeld und der 68er Helmut Lethen fechten den Kampf links gegen rechts am Frühstückstisch aus


MATTHIAS DUSINI
FEUILLETON | aus FALTER 43/17 vom 24.10.2017

Foto: Heribert Corn

Die Autorin Caroline Sommerfeld hat kaum zu sprechen begonnen, da brechen bereits die Antifa-Chöre los: „Nazis raus! Nazis raus!“ Sommerfeld war gemeinsam mit dem Wiener Kollegen Martin Lichtmesz auf die Frankfurter Buchmesse gekommen, um das gemeinsam verfasste Buch „Mit Linken leben“ vorzustellen. Der Stand des Antaios-Verlags, der publizistischen Zentrale der deutschen Rechten, war schon vorher attackiert worden. Beim Auftritt Sommerfelds eskalierte die Situation, der herbeigeeilte Messe-Chef versuchte zu beruhigen, aber das Megafon versagte.

Ende September zog die rechtspopulistische Partei AfD in den Bundestag ein, kurz darauf wählte eine große Mehrheit der Österreicher stramm rechts. Die einzige Partei mit einem dezidiert antirassistischen und feministischen Programm, die Grünen, flog aus dem Nationalrat. Bisher galt es als ein Tabu, sich mit Leuten auseinanderzusetzen, die die Nation verherrlichen und Menschen aufgrund ihrer Herkunft verachten.

Auch im Hinblick auf eine mögliche schwarzblaue Regierung stellt sich aber nun die Frage: Lässt sich der rechte Rand noch aus der Öffentlichkeit – den Medien, Theatern, Museen und Universitäten – verbannen? Was tun, wenn die Arbeitskollegin oder ein Freund politische Ansichten vertritt, die man selbst als rassistisch bezeichnen würde?

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