"Mode ist gefährlicher, als man denkt"

Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken erklärt, warum man Mode weder kontrollieren noch ignorieren kann


KLAUS NüCHTERN

FEUILLETON | aus FALTER 49/13 vom 03.12.2013

Mitte November weilt Barbara Vinken gerade in Wien, um im Rahmen der Veranstaltung „Gender tun und lassen“ aus ihrem soeben erschienenen Buch „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“ zu lesen. Vinken ist sehr angezogen. Sie trägt unter anderem einen Pelzmantel aus Neapel und Strümpfe, die gerade genug Fäden haben, um als Strümpfe gelten zu können. Nicht unbedingt das Standardoutfit einer deutschen Professorin der Literaturwissenschaft. In ihrem eingängigen und erfreulich jargonfreien Buch (siehe Rezension in Falter 45/13) befasst sich Vinken mit der Entindividualisierung und -erotisierung der Männermode in der Moderne, mit der Illusion Unisex oder der zeitdiagnostischen Sensibilität von Designern wie Junya Watanabe, Martin Margiela oder Alexander McQueen.

Falter: Es ist ein bisschen plump, aber bevor ich es vergesse, muss ich Sie natürlich fragen, was Sie heute tragen.

Barbara Vinken: Alaïa. Ein unglaublich schweres Kleid, es wiegt mindestens drei Kilo.

  2754 Wörter       14 Minuten
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