Obama, der Krieger

Gaza, Afghanistan, Irak: Der neue US-Präsident erscheint als Messias.

ULRICH LADURNER | POLITIK | aus FALTER 03/09 vom 13.01.2009

Der Klimawandel, die Rezession, die Banken, überhaupt das Geld – nichts ist mehr so, wie es einmal war. Die Welt ist aus den Fugen geraten. Da kann man von Glück reden, dass zumindest auf den Kalender Verlass ist. Stunde folgt auf Stunde, Tag auf Tag, und so, Gott sei es gedankt, wird es tatsächlich geschehen, dass Barack Obama als 44. Präsident der USA vereidigt wird. Endlich, wir können es nicht mehr erwarten, zu tief ist die Krise, zu quälend die Schwäche der Weltmacht USA, ganz zu schweigen von der Leichenbittermiene des scheidenden Präsidenten George W. Bush. Es ist nicht zum Aushalten. Wir sind bereit für den Erlöser.

Willkommen im echten Leben

Obama bekommt als Antrittsgeschenk einen Krieg serviert. Die israelische Armee marschiert in Gaza ein, die dort regierende Hamas gibt nicht klein bei. Beide Seiten schießen aus allen Rohren, die Lage präsentiert sich so wie im Nahen Osten schon seit Jahrzehnten. Aussichtslos und tödlich. Mit Blick auf die Obamania ist der Gazakrieg eine Art vorbeugende Maßnahme der Wirklichkeit, damit wir nicht allzu trunken werden vor Euphorie. Es gibt schönere Arten, aus einem Traum aufzuwachen. Doch nun ist es passiert. Willkommen im echten, harten Leben.

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