Und das war der erste Streich

Recep Tayyip Erdoğan hat sein Referendum gewonnen. Nun fürchten seine Gegner die nächsten Eskalationen: die Einführung der Todesstrafe, die Islamisierung der Schulen, die Ausschaltung der Gerichte

NICO SCHMOLKE | POLITIK | aus FALTER 16/17 vom 18.04.2017

Foto: Adem Altan / AFP / picturedesk.com

Der Kolumnist der Oppositionszeitung ist müde. Bis 2.30 Uhr verfolgte Aydin Engin in der Wahlnacht die Ereignisse, schrieb seinen Kommentar für die Cumhuriyet, dann ging er schlafen. Ein paar Stunden später wachte er in einer neuen Türkei auf: „Nicht das ganze Volk hat nun einen Präsidenten“, urteilte der 76 Jahre alte Kommentator nach dem Verfassungsreferendum, „sondern nur noch das halbe.“

Die Türkei ist gespalten wie nie zuvor. Es war noch nicht einmal die Hälfte der Auslandsstimmen ausgezählt, als Ministerpräsident Binali Yildirim von der AKP am Sonntagabend den Sieg der Regierung verkündete. Die größte Oppositionspartei sprach da bereits von Manipulation und verkündete, bis zu 60 Prozent aller Wahlkreisergebnisse anfechten zu wollen.

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