So!

Peter Iwaniewicz wird heuer Texte immer pünktlich abgeben


PETER IWANIEWICZ
FALTERS ZOO | aus FALTER 02/18 vom 09.01.2018

Zeichnung: Bernd Püribauer » zur Tier-Galerie

Wer „so“ sagt, hat nichts mehr zu tun. Oder noch nichts zu tun. Zum Glück gibt es dazu den Beginn eines neuen Jahres, das man aus unerfindlichen kultischen Gründen gerne zum Anlass nimmt, sein Leben zu verändern. Oder genauer gesagt: sich vorlügt, sein Leben verändern zu wollen.

Dazu braucht es natürlich Rat und Orientierung, welche Lifestyle-Medien auch gerne geben. Immer unter den Top 10 der Empfehlungen für Neujahrsvorsätze: mit dem Rauchen aufhören, abnehmen, weniger Alkohol trinken. Diese sind aber auch unter den Top 3 der nie begonnenen Pläne. Die Frauenzeitschrift Brigitte rät zudem, mehr zu schlafen. Das klingt zwar nicht sehr anstrengend, wirkt als allzu detaillierte Vorgabe dann aber doch zu zwänglerisch: „Experten empfehlen, abends um 22.37 Uhr ins Bett zu gehen und bis 7.19 Uhr durchzuschlafen“. Da scheitert man zu leicht, wenn man einmal erst um 7.20 Uhr aufsteht.

Was gibt es 2018 sonst noch für Trends für hippe Lebensänderungsvorsätzler? Als moderner Selbstoptimierer sucht man sich jedes Jahr ein neues Hobby. Also statt Yoga auch mal einen Strickkurs besuchen oder neben Ikebana zum Töpfern anfangen. Doch dann las ich in der Wolfenbütteler Zeitung „Imkern ist das neue Töpfern“.

Die Ausgabe war zwar vom vergangenen Jahr, aber die Richtung stimmt. Mittlerweile züchtet man lieber Wildbienen und auch Birdwatching ist wieder angesagt. Jüngere Menschen imitieren Pferde beim Hobby Horsing, während ältere Personen zum gepflegten Animal Hoarding tendieren. Also am Balkon Fische in der Aquakultur halten, im Vorgarten Enten laufen lassen und auch sonst vom Aussterben bedrohte Tierarten züchten.

Für das noch junge Jahr empfiehlt sich das „Nutztier des Jahres“, der weiße Barockesel. Diese Eselrasse wurde vermutlich im 17. Jahrhundert in Italien gezüchtet und galt in Österreich schon als verschwunden. Erst 1986 entdeckte jemand in einem Tierpark einen Barockesel und es gelang, durch weitere Tiere aus Ungarn hier wieder eine kleine Population aufzubauen. Diese Esel sind keine Albinos, sondern das Fell ist zart hellgelb gefärbt. Züchter bezeichnen diese Farbe als Cremello.

Trendmäßig konkurriert das heuer nach Angaben der Modezeitschrift Elle mit „Meadowlark, einem kühlen Sonnengelb“ und „Lime Punch, neonfarben Gelb“.

Auf ein schönes, gelbes Jahr!


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