Szene ohne Namen

Das Popfest Wien feiert die junge Musikszene der Stadt. Wer prägt sie und wodurch zeichnet sie sich aus?

GERHARD STöGER | FEUILLETON | aus FALTER 17/10 vom 27.04.2010

Ein Montagabend im Chelsea. Das Gürtellokal ist dicht gefüllt mit jungen Menschen, gekommen sind sie wegen der Sex Jams. Einem Wiener Quartett, das hier sein erstes Album vorstellt. Die Stimmung ist gut, der Band gelingt erstaunlich versiert die Grätsche zwischen Leidenschaft und Coolness, punkigem Krach und poppiger Melodie.

Hinten beim Merchandisestand steht einer der wenigen älteren Konzertbesucher des Abends. Er ist knapp 40 und hat sich gerade die pressfrische Sex-Jams-Schallplatte „Post Teenage Shine“ gekauft. Zwei weitere Veröffentlichungen ihres Labels Noise Appeal hat er gleich dazugenommen, lauter formschön gemachte Vinyl-LPs mit frischem Gitarrenlärm aus Österreich.

Das gegenwärtige Geschehen erinnere ihn an die Wiener Musikszene der frühen 90er, sagt der langjährige Szenebeobachter, weist gleichzeitig aber auf einen zentralen Unterschied hin: Die Konzerte lokaler Acts seien vor 20 Jahren vielfach nur sehr spärlich besucht gewesen, und bis auf den damaligen Falter-Kritiker Chris Duller habe all diese Bands kaum jemand wirklich ernst genommen, während die lokale Szene heute sowohl vom Publikum als auch von Journalisten geschätzt werde.

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