Top Jobs

Wir sind Mitglieder im Interessenverband der Ein- und Ausbrecher und dem Ringverein der Fälscher, Forstfrevler und Fassadenkletterer gehören wir auch an - Die Panzerknacker


PETER IWANIEWICZ
FALTERS ZOO | aus FALTER 20/10 vom 19.05.2010

Sie lümmeln wippend in Ihrem Bürodrehstuhl und starren nässenden Auges auf den Bildschirm vor Ihnen: 14.35 Uhr zeigt die Zeitanzeige im rechten unteren Eck, und das bedeutet noch weitere träge dahinfließende zwei Stunden und 25 Minuten bis zum Dienstschluss, der hoffentlich nicht durch Kundenanfragen oder den noch nervigeren Chef verzögert wird. Mühsam wischen Sie sich die letzten Kekskrümel aus den Mundwinkeln und bedauern sich dabei in Ihrer elenden Existenz.

Schluss damit, es gibt wahrlich schlimmere Jobs als den Büroclown. Das US-Magazin Popular Science hat eine Liste der zehn miesesten Jobs für Wissenschaftler veröffentlicht. Doch die Wahl fiel milde aus: Walpathologen, Meeresschleimaufsammler und Kuratoren von fossilierten Exkrementen haben letztlich nur mit einer kurzen Geruchsbelästigung zu kämpfen und verbringen den Rest ihrer Arbeitszeit in sauberen Labors oder hell beleuchteten Vortragssälen.

Sehr unbeliebt unter Zoologen ist hingegen die Analyse von Speiballen. Das sind die ausgewürgten, weil unverdaulichen Nahrungsreste in Form von Knochen, Federn, Fischgräten der Beutetiere von Raubvögeln. Aufgrund der Untersuchungen dieser erbrochenen Reste erfährt man Interessantes über die Fauna im Jagdgebiet der Tiere, doch ist dies bei aller Liebe zu unseren gefiederten Freunden nichts, wo man von Montag bis Freitag seine Nase hineinstecken möchte.

Im Bereich der – nennen wir es einmal so – Dienstleistungsberufe platziert sich ein Job ganz weit vorne in der Negativrangliste: Maskottchen in Disney World. Dafür benötigt man schon eine ganz besonders masochistische Einstellung, um sich in einem lächerlichen pelzigen Tierkostüm den ganzen Tag der prallen Sonne auszusetzen und sich dabei von rotzfrechen Gören in den Hintern treten zu lassen.

Außer Konkurrenz, weil nicht ernsthaft „Beruf“ zu nennen, ist der Drogenkurier, der in der englischen Sprache mit weniger diplomatischem Glanz ausgestattet wird: Das heroin mule, das Heroin-Maultier transportiert seine Päckchen an dem Ort, wo die Sonne niemals scheint und das verpackende Kondom zum Zerreißen neigt.

So, aber jetzt wieder zurück an die Arbeit, Sie fauler Sack!

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