Unser Neofeschist. Das Knabenwunder des Wunderknaben

Seinesgleichen geschieht. Der Kommentar des Herausgebers


ARMIN THURNHER

POLITIK, FALTER 42/17 vom 17.10.2017

Foto: Heribert Corn, Cover FALTER 42/17

Das tiefe Bedürfnis nach Veränderung der österreichischen Bevölkerung wird nun befriedigt. Selten habe ich etwas Dümmeres gehört. Die Österreicher wollen keine Veränderung. Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es immer war, halt ohne Flüchtlinge und andere lästige Begleiterscheinungen der Moderne. Veltliner-Alpen-Donau-Suprematismus! Nur die roten Gfrieser gehören durch blaue Gfrieser ersetzt.

Sebastian Kurz zeigt am Wahlabend deswegen etwas sehr Befriedigendes in seiner Miene. Sein Gesicht sieht besonders ernst und verantwortungsvoll aus, man könnte es schon wieder für Plakate fotografieren. Gewiss, er kann, er wird alles anders machen. Seine Anhänger zerfließen im Glauben an ihn. Wie fesch er ist. Und wie siegreich!

Damit hat Kurz eine der Grundvoraussetzungen von Autoritarismus erfüllt. Er hat eine Gefolgschaft geschaffen, die sich mit ihm identifiziert und erst über ihn mit seinen Zielen. Die Ziele braucht die Gefolgschaft nicht zu kennen, von dem einen Ziel abgesehen, an die Macht zu kommen.

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