Was zwischen uns und der Gesamtschule steht

Warum werden Kinder nach der Volksschule immer noch getrennt? Ein Plädoyer für ein radikales Umdenken

SIBYLLE HAMANN | POLITIK | aus FALTER 25/17 vom 20.06.2017

Illustration: Bianca Tschaikner

Würde man die Schule heute am Reißbrett neu erfinden, sie sähe etwa so aus: Sie müsste alle Kinder aufnehmen, die in der Umgebung wohnen. Hochbegabte und Lernschwache, aus bildungsnahen und bildungsfernen, reichen und armen Familien, mit verschiedensten Muttersprachen und unterschiedlicher Lebenserfahrung, auch jene mit kognitiven oder körperlichen Behinderungen.

Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, braucht diese idealtypische Schule eine starke innere Differenzierung. Für jedes Kind muss ein individuell passender Lernweg gefunden werden, mit Hilfe bei speziellen Defiziten und Förderung für besondere Talente. Die Kenntnisse, mit denen jeder Jugendliche diese Gesamtschule schließlich verlässt (wahrscheinlich nach verschieden vielen Lernjahren und mit verschiedenen Abschlüssen), werden also höchst unterschiedlich sein. Doch jedem Kind stehen grundsätzlich die gleichen Chancen offen. Die Drohung mit dem Rauswurf existiert nicht – denn diese Gesamtschule ist eine Pflichtschule.

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