Wiener Neustadt ohne alles

Ein türkischer Koch kauft sich einen Kebabstand, versorgt elf Jahre lang die Wiener Neustädter Innenstadt und wird nun von der Stadtregierung vertrieben. Wer ist Kebab-Ali? Und was hat er verbrochen?


LUKAS MATZINGER
LANDLEBEN | aus FALTER 11/17 vom 14.03.2017

Foto: Ugur Atay

An einem kalten Tag im Jänner bekam Alihan Turgut den Brief, der sein Leben verändern sollte. Er verstand nicht alles von dem, was er da las, jedenfalls hatte es mit dem Bescheid betreffend seinen Kebabstand zu tun. Seine Söhne halfen ihm bei der Übersetzung und lasen vor, wovor sich Herr Turgut gefürchtet hatte: Das Marktamt von Wiener Neustadt verlängert die Genehmigung seines Standes nicht, er müsse noch in diesem Frühjahr schließen.

Elf Jahre lang ist Turgut am Hauptplatz von Wiener Neustadt gestanden, von Montag bis Samstag, von 8 Uhr 30 bis der Spieß weg war. Er hat Beamte in der Mittagspause bekocht und Schüler des Polytechnikums, die auf ihre Busse Richtung Neudörfl, Theresienfeld oder sonst wohin warteten. Jetzt muss Alihan Turgut gehen.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige