Winnetous Waldheimat

Das Weltmuseum Wien vermittelt fremde Kulturen und wurde mit viel Geld renoviert. Das Volkskundemuseum ist für das Lokale zuständig und nagt am Hungertuch. Ein Überblick über Baustellen der Kulturpolitik


MATTHIAS DUSINI
FEUILLETON | aus FALTER 45/17 vom 07.11.2017

Foto: Hans Punz / APA / picturedesk.com

Die Komantschen sind die Bösen, die Apachen die Guten. So habe er es bei Winnetou gelernt, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen unlängst bei der Eröffnung des Weltmuseum Wien, das nach längerer Renovierung wieder seine Pforten öffnete. Fast zeitgleich feierte das Volkskundemuseum Wien ein Jubiläum: Vor 100 Jahren zog es in ein barockes Schlösschen in der Laudongasse.

Das Weltmuseum, das früher Museum für Völkerkunde (VKM) hieß, beschäftigt sich mit fremden Identitäten, das Volkskundemuseum mit der eigenen Kultur. Während in die Modernisierung des Palastes am Heldenplatz viele Millionen flossen, gammelt das Gartenpalais Schönborn vor sich hin. Es ist eine von mehreren kulturpolitischen Baustellen. Während etwa das Dom Museum modernisiert wurde, ist die Zukunft des Wien Museums ungewiss. Ein Vergleich zwischen Völkerkunde und Volkskunde zeigt, dass Geld nicht alles ist.

Eine reich dekorierte Säulenhalle empfängt die Besucher in dem ursprünglich als Wohntrakt der Kaiserfamilie geplanten Flügel der Neuen Burg. Die Cafeteria und der Shop des Weltmuseums vermitteln Gediegenheit, die Messingbeschläge und das Eichenholz erinnern an ein Ringstraßenhotel.

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