Abenteuer Familie

Wohin mit der Familie bei individuellem Mobilitätsbedarf? Die Entscheidungskriterien wandelten sich im Laufe der Zeit

CHRISTIAN ZACHARNIK
MOBILITÄT, COMPLETE MAGAZIN 2/20

Foto: Daimler

Die ollen Kamellen vom Käfer, mit dem wir uns als Familie Anfang der 70er nach Caorle durchboxten, möchte ich Ihnen hier ersparen. Erstens ist es mittlerweile genauso abgedroschen wie der Cordoba-Schmafu und die Narkolepsie erzeugende Jochen-Rindt-Nostalgie, und zweitens stimmt es, zumindest in meinem Fall, nicht. Die Zeiten waren golden damals für unsere Sippe. Wir fuhren nicht im Käfer, sondern in der Mercedes E-Klasse meines Vaters nicht an den Hausmeisterstrand, sondern ins Tessin in Urlaub. Viel Platz war auch im Benz nicht für fünf Mann-Frau-Kinder hoch.

Aber was sollte man denn machen? Dezidierte Familienautos gab es damals nicht. Man fuhr, was der Markt darbot und was man sich bar leisten konnte. Autos zu Preisen von Häusern (und ebensolcher Statur) gab es damals noch nicht, und unter „Leasing“ verstand man nichts anderes als den 23. Wiener Gemeindebezirk.

Man fuhr, was es gab. Mehr als Limousine oder Coupé stand vor 40 Jahren nicht zur käuflichen Disposition. Kombis gab es zwar auch, aber die waren, wie mein Vater zu sagen pflegte, Landwirten und Handwerkern vorbehalten, was damals der allgemeinen Wahrnehmung entsprach. Das änderte sich erst langsam mit dem 1978 eingeführten T-Modell der S 123-Baureihe von Mercedes. Zum durchschlagenden Lifestyle-Status verhalf dem Kombi letzten Endes Audi mit dem Avant. Von da an gefiel sich der smarte, urbane, sportive Family-Dad am besten in einem Kombinationskraftwagen, vornehmlich mit Aktivität suggerierendem Dachträger.

Darauf konnte verzichten, wer sich ab Mitte der 80er dem Van-Trend anschloss. In Europa wurde dieses Segment von Renault mit dem Espace begründet, woraufhin sukzessive nahezu alle Hersteller nachzogen. VW launchte den Sharan, Ford den Galaxy, Fiat den Ulysses, Citroen den C8, Seat den Alhambra. Zwischenzeitlicher Star am Himmel war der Chrysler Voyager. Nicht zuletzt deswegen, weil er in Graz produziert wurde.

30 Jahre währte die Erfolgswelle der kastenförmigen Familymover. Was Platzangebot und Variabilität anbelangt, waren sie unschlagbar. Trotzdem starb und stirbt dieses Segment einen leisen Tod, ausgelöst von einer alles unter sich begrabenden Welle namens SUV. Und der familiäre Typ, der bis dato sich und seinen Anhang im Van bestens aufgehoben und transportiert wusste, erlag den Versprechungen, in einem Urbangeländewagen ungeahnte Abenteuer zu erleben. Für diese Verheißung ließ er sogar jedweden Anspruch auf Raum und Praktikabilität fahren. Der uneitle Pragmatiker trauert derweilen. Von dem Dutzend Vans sind gerade mal drei, vier übrig geblieben, und die befinden sich mittlerweile auch schon in Altersteilzeit. Was gerade noch drin war, war ein Facelift, Modellwechsel wird es aber in keinem Fall mehr geben.

Tja, und was soll man sagen nach mittlerweile einem Jahrzehnt SUV? Die Abenteuer blieben aus, und der mangelnde Platz wird wieder mit Dachaufbauten kompensiert. Da hätten wir gleich beim Kombi bleiben können. Die Umwelt hätte es uns jedenfalls gedankt.


Schöne Ausflugsrouten

Salzkammergut.

„Besonders an heißen Sommertagen fahre ich als gebürtiger Oberösterreicher gerne mit meiner Familie an die verschiedenen Seen im Salzkammergut: Von Seewalchen den Attersee entlang und dann über die Kienklause nach Altmünster am Traunsee. Nächster Stopp: Kaffee und Zaunerkipferl in Bad Ischl,

und weiter nach St. Wolfgang am Wolfgangsee – dann ein Stopp bei unserem Energielieferanten am Fuschlsee und wieder heimwärts über Mondsee und das andere Attersee-Ufer. Zwischendurch natürlich

mit einigen Genusspausen und Badestopps. Dabei dient mir mein vielseitiger SEAT Tarraco als perfekter Reisebegleiter: viel Platz für Kühlbox, Stand-up-Paddle und Spielsachen meiner Tochter. Besonders bei dieser Strecke merkt man, wie perfekt das Auto trotz der Größe in den Kurven liegt und auch bei dynamischer Fahrweise nur wenig Sprit verbraucht.“

Clemens Doppler (Österreichs erfolgreichster Beachvolleyballer)

Weinberge Steiermark.

„Wir haben früher, als unsere Jungs noch klein waren, sehr gerne Ausflüge ins Grüne unternommen. Auch heute fahren wir noch gerne in die Weinberge. Dazu eignet sich der T-Roc perfekt, denn das schicke Crossover-Modell von Volkswagen verbindet SUV-Performance und -Komfort mit der Wendigkeit eines Kompakten.“

Franco Foda (Teamchef des österreichischen Fußball-Nationalteams)


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