Ein Tiger für alle Fälle

Der perfekte Spagat zwischen Gelände und Rennstrecke? Mit dem Macan zeigt Porsche, wie man so eine Übung angeht

MOBILITÄT | MICHAEL KÖCKRITZ | COMPLETE MAGAZIN 4/14

Symbiose. Hier bilden Fahrzeug und Fahrer eine Einheit – eine ziemlich schöne sogar (Foto: Porsche)

In unserem Sportwagenherzen hat Porsche einen festen Platz. Solch eine puristische Idee von der reinen Sportlerlehre hinterlässt eben ihre Beziehungsspuren; der 911er hat sich hier als Allzeitikone und Urmeter über alle Baureihen und Jahre sowieso wunderbar in unser kollektives Bewusstsein eingebrannt. So gesehen war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Porsche die Optionen abseits der festen Piste konsequent sportlich aufmischt. Abgesehen davon gibt es ja auch noch die fantastischen Optionen eines boomenden SUV-Terrains, den der Sportwagenhersteller bereits mit dem Cayenne für sich und Porsche-Fans munter entdeckt hat. Und mit dem Porsche Macan soll es jetzt richtig abgehen. In jeder Beziehung. Tatsächlich ist der Macan ein Sportwagen im schicken SUV-Pelz, alles Porsche at it’s best: Kurvenverhalten, Lenkung, Straßenlage, dazu diese sehr ernsthaften Bremsen: bestes Material, reichlich dimensioniert, giftig. Vom Allrad ist kaum etwas zu spüren, es werden bei trockener Straße nur die Hinterräder mit Leistung versorgt, je nach Bedarf dann auch millisekundenblitzschnell die Vorderräder. Dabei ermöglicht die hohe Flexibilität des neuen Allradantriebs eine porschetypische Auslegung: Von seinem Grundcharakter her bietet sich der Macan als Hecktriebler an, die entsprechenden Schwächen bügelt der Frontantrieb dann aber jederzeit gerne lässig aus. Jedenfalls möchte man den Macan, was im Indonesischen „Tiger“ bedeutet, immer in einer guten Spannung halten, immer sprungbereit für die nächste Kurvenkombination, lieber anstellen anstatt zu bremsen. So viel
zur Fahrdynamik.

Ein Untersetzungsgetriebe für die extrem ambitionierten Geländeausflüge gibt es nicht, dafür aber einen Schalter für „Off Road“. Dann schärfen sich alle Systeme für ein traktionsorientiertes Geländeprogramm (bis 80 km/h). Off Road ist das vierte Fahrprogramm des PDK neben Comfort, Sport und Sport Plus. Steile Hänge, aufgewühlte Pisten, Schnee und Eis werden zu einer eher leichten sportlichen Herausforderung. Wer will, darf sich bei entsprechender Laune frisch-manuell durch die Gänge dirigieren, mit den Paddeln am Lenkrad oder mit dem Hebel in der Mitte. Ansonsten übernimmt das PDK (sieben Gänge) diese Aufgabe gerne und nahezu immer sanft, etwas rauer wird es nur dann, wenn man sich für „Sport“ entschieden hat.

Alle Macan-Modelle gehen mit einem aufgeladenen Sechszylinder an den Start. Zwei Benziner und ein Diesel stehen hier zur Wahl. Bereits mit den
258 PS des Dreiliter-V6-Diesels ist man flott unterwegs, zumal das Drehmoment mit gut gelaunten 580 Newtonmetern fein mitspielt.

340 und 400 PS bieten dann die beiden Benzin-V6 im Macan S und Macan Turbo. Beide Aggregate befeuern das sportliche Lebensgefühl der Besatzungen sehr, sehr stilsicher.

Ausstattung und Verarbeitung des relativ kompakten, 4,68 Meter langen SUV geben sich ebenso gelungen. Rundum eben wieder ein echter Porsche.

Porsche at it’s best – nicht mehr und nicht weniger

Datenblatt

Porsche Macan S (Macan S Diesel / Macan Turbo)

Motor: 3-Liter-6-Zylinder (Turbo: 3,6-Liter-6-Zylinder)

Hubraum: 2.997 cm3 (2.967 cm3 / 3.604 cm3)

Leistung: 250 kW (340 PS), 190 kW (258 PS), 294 kW (400 PS)

Drehmoment: 460 Nm (580 Nm / 550 Nm)

Getriebeart: 7-Gang-PDK

Antrieb: Allradantrieb

Höchstgeschwindigkeit: 254 km/h (230 / 266 km/h)

Beschleunigung 0–100 km/h: 5,4s (6,3s / 4,8s)

MVEG-Werte: 11,6/7,6/9,0 (6,9/5,9/6,3 // 11,8/7,8/9,2)

CO2: 204–212 g/km (159–164 // 208–216 g/km)

Preis: € 71.124 (€ 66.722 / € 98.175)

Michael Köckritz ist Herausgeber und Chefredakteur der Automagazine „Ramp“, „Rampstyle“ und „Capz“

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