Erlebnis im Gebirge

Das Brandnertal gilt als eines der schönsten Hochgebirgstäler der Alpen, ist ein Wanderparadies und beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Die faszinierende Bergwelt des Rätikongebirges bietet ein unvergessliches Panorama, das man sonst nur von Postkarten kennt

NINI TSCHAVOLL
AUSFLUG, COMPLETE MAGAZIN 2/20

Foto: Alex Kaiser / Alpenregion Bludenz Tourismus GmbH

Direkt vom Ortskern führt die Dorfbahn von Brand hinauf zur Mittelstation. Von dort schwebt es sich mit der Panoramabahn federleicht weiter zum Burtschasattel, einer von vielen Ausgangspunkten für erlebnisreiche Tage auf einer Seehöhe von über 1.000 m. Mit seinen Wäldern, Wiesen, Bergen und Schluchten ist dieser Teil Vorarlbergs ein Alpen-Eldorado für Familien und Naturliebhaber. Wanderer, Kletterer und Biker kommen ebenso auf ihre Kosten und können sich nach Lust und Laune auspowern.

Wer es gemütlicher angehen will, spaziert auf den spannend gestalteten Themenwegen, die hier in den letzten Jahren entstanden sind. Am Natursprünge-Weg widmet man sich Fragen aus der Natur, etwa wie Murmeltiere hausen, wie gut der Adler sieht oder wie lange die Bienenkönigin lebt. Langeweile kommt auf den fast fünf Kilometern bestimmt keine auf, zu spannend sind die interaktiven Stationen gestaltet. Der Barfuß-Weg Richtung Parfpfienzalpe auf 1.600 m Höhe ist eine Wohltat für die Füße, die hier endlich einmal ganz ohne Schuhwerk spüren, tasten und fühlen dürfen. Ein paar Minuten von der Bergstation entfernt streift man sich auf einer Bank die Schuhe ab – und los geht es vom erfrischenden Fußbad im Bach über feuchte Waldböden, Tannenzapfen, abgeschliffene Kieselsteine und Holzrundlinge. Einen besonderen Spaß bereitet es Kindern, die Füße in den Hochmoorschlamm zu stecken. Im eiskalten Gebirgsbächlein wird der Gatsch dann wieder abgespült, der Rest des Weges ins Tal oder zurück zur Seilbahn wieder in festen Schuhen zurückgelegt. Auch an kinderwagengerechte Wege hat man hier gedacht. Zusätzlich können sich Eltern von Kleinkindern an der Mittelstation einen Bollerwagen aus­borgen, falls bei den Sprösslingen doch Müdigkeit aufkommen sollte. Spätestens zurück im Tal gelandet, werden sie am Tiererlebnispfad wieder fit sein, denn es gilt, unterschiedliche Tiere hautnah zu erleben.

Auf trittsichere und sportliche Bergbegeisterte warten zahlreiche Gipfeltouren und Wanderrouten im Rätikongebirge. Zum Sonnenaufgang eine Wanderung auf die Mondspitze ist ein schweißtreibender, aber lohnender Höhepunkt. Auf der 2.964 m hohen Schesaplana, dem höchsten Berg des Rätikons, wird der Bergfex nach dem Aufstieg mit einem fabelhaften 360°-Rundblick belohnt. Ein Geheimtipp weiter unten, vor allem für heiße Tage, ist die kühle Bürserschlucht, die der Alvierbach seit der letzten Eiszeit in das Gestein getrieben hat. Auf einem alten Wanderweg geht es etwa zwei Stunden am Wasser entlang von Bürs nach Brand. Der blitzblaue Lünersee ist ebenfalls ein verlockendes Wanderziel, er liegt idyllisch am Talende auf 1.979 Metern.

Auch Mountainbiker haben unzählige Chancen, sich ordentlich abzustrampeln, und dafür 110 Kilometer offizielle Strecken in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Auf der nahe gelegenen Tschengla, einem Hochplateau, toben sich im Bikerpark die Downhiller und Freerider aus. Zahlreiche Anbieter verleihen Fahrräder, auch solche mit E-Antrieb – denn bergauf geht es hier manchmal ganz ordentlich in die Waden.

Nach einem aktiven Tag lässt es sich besonders gut im Naturbadesee Alvierbad, dem künstlich angelegten Schwimmteich mitten im Ort, ausspannen. Unmittelbar daneben liegt harmonisch eingebettet ein 18-Loch-Golfplatz, der erste Abschlag ist nur einige Schritte vom Ortszentrum entfernt.

Richtig gute Erholungsmöglichkeiten bieten auch die ansässigen Hotels mit ihren Wellnessbereichen. Ein besonders feines Beispiel dafür ist das Aktivresort Valavier. Von Alpen-Massagen bis zu Yoga-Retreats wollen die Gastgeber Edi Meyer und Kathi Metz ihren Gästen ein größtmögliches Spektrum an Entspannungsmöglichkeiten bieten. Der Familienbetrieb möchte ein Mehrgenerationenhaus sein: „Wir haben sehr familiäre Beziehungen zu unseren Gästen und daher viele Stammgäste“, schildert Hotelière Kathi Metz. Die Positionierung als Aktivresort bringt mit sich, dass viel geboten wird. Geführte Wanderungen, Verkostungen von regionalen Produkten wie Käse, Speck, Marmeladen, Bränden oder ein Kräutersalz-Kurs mit der Chefin werden gerne angenommen.

Barbara Jäger und ihr Mann Reinhold haben mit ihren drei Kindern vor einigen Jahren Brand selbst als urlaubende Gäste entdeckt. Mittlerweile führen sie erfolgreich die Alpenlodge, ein Haus mit zwölf Einheiten. Die Appartements sind unterschiedlich groß und können individuell kombiniert werden. So ist es möglich, dass Großeltern miturlauben oder dass zwei befreundete Familien gemeinsam eine Wohneinheit bewohnen. „Uns ist es wichtig, dass wir flexibel sind und möglichst viele Wünsche erfüllen. Als Eltern kennen wir die Bedürfnisse junger Familien und versuchen, bestmöglich darauf einzugehen“, erzählt Barbara Jäger. In der Alpenlodge werden Unterkunft und Frühstück geboten. Wollen die Gäste, etwa Familien mit kleinen Kindern, nicht außer Haus essen, übernimmt die Chefin schon mal selbst das Catering und bringt Speisen in die Lodge. Als vor ein paar Jahren im Ort erst eines, dann noch ein zweites Lokal zu haben war, überlegten sie und ihr Mann nicht lange und übernahmen gleich beide. In der „Dorfschenke im Romantik Hus“ hält man es traditionell, das „Mühlebach“ spricht gezielt jüngeres Publikum an, dort gibt es Burger, Tortillas und eine Bar.

Das Brandnertal ist sich treu geblieben und nicht immer jedem neuen Trend im Tourismus nachgehastet. Heute sind Bewohner wie auch Besucher gleichermaßen darüber glücklich. Das Tal ist ein authentischer Wohlfühlort mit gemütlicher Atmosphäre und ­unvergleichlicher Natur geblieben.


Tipps

Alpenlodge.

Barbara und Reinhold Jäger setzen mit 12 Wohneinheiten und insgesamt 46 Betten in der Alpenlodge auf Flexibilität. Die Appartements können je nach Wunsch der Gäste verbunden werden, was vor allem für Familien mit Kindern ein Hit ist.

www.alpenlodge-brand.at

Valavier Aktivresort****Superior.

Im Valavier beherbergen Kathi und Edi mit Fabian und Marissa ihre Gäste mit großer Gastfreundschaft. Auch deswegen kommen Stammgäste gerne immer wieder. Für Kinder gibt es einen großen Indoor-Bereich, einen Spielplatz und einen eigenen Streichelzoo. Ein wunderschöner Wellnessbereich lädt zur Entspannung ein.

www.valavier.at

Restaurant Dorfschenke im Romantikhus.

Die gemütliche Wirtschaft wird ebenfalls von der Familie Jäger geführt. Auch ihre Kinder Katharina, Beatrice und Johannes sind mit dabei im Betrieb. Vor allem Nachzügler Johannes ist jetzt schon Feuer und Flamme für die Gastronomie. In der Dorfschenke werden regionale und internationale Speisen serviert. Wer gerne knusprige Pizza isst, kommt hier ebenfalls auf seine Rechnung.

www.romantikhus.at


Mühlebach.

Im Mühlebach bietet man neben Küchenklassikern auch Burger, Tortillas und coole Drinks. Das Restaurant samt Bar liegt im Zentrum von Brand und lockt vor allem jüngeres Publikum.

www.muehlebach.at


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