Fernweh

Die neuen Kollektionen der Beachwear-Labels entfachen Urlaubsgefühle

MODE & BEAUTY | THOMAS REINBERGER | COMPLETE MAGAZIN 2/16

Foto: Victoria’s Secret

Rio de Janeiro anno 1962. Im Künstlerstadtteil Ipanema schreibt sich ein von Sehnsucht geplagter Vinicius de Moraes mit dem Lied „Garota de Ipanema“ sein Leid von der Seele. Ein Manifest für einsame Herzen und unerfüllte Sommerlieben. Hundertfach interpretiert, erlangt die Hommage an ein unbekanntes brasilianisches Mädchen Weltruhm. Wer kann es de Moraes verdenken? An Rios Stränden tummeln sich die schönsten Mädchen, so heißt es. Der Strand als Sehnsuchtsort und Laufsteg – das funktioniert nicht nur in Brasilien.

Szenenwechsel nach Miami. Die Miami Swim Week ist alljährlicher Dreh- und Angelpunkt für modebewusste Wasserratten. Ein eigenes Universum im Fashion-Kalender. Dicke Wintermäntel und triste Einheitskleidung sucht man hier ebenso vergebens wie bleiche Models im Heroin-Chic. Casting-Direktoren bevorzugen schlanke und sportive Damen und Herren. Sitzplätze sind rar und begehrt. Ein beschwingter Klangteppich sorgt für Urlaubsfeeling. Die Stimmung am Runway und in den Zuschauerrängen ist ausgelassen. Fixstern am Swimwear-Himmel darf sich Zimmermann nennen. Schnörkellose Schnittführung mit Streifen-Print und raffinierten Cut-Outs sind angesagt. Mara Hoffmann wirbt für florale Einteiler und geometrisches Dekor. Olivgrüne Langarmbodys mit neonpinker Dekolleté-Schnürung sind Must-Haves bei Belusso. La Perla bedient sich klassischer Schnitte in Kombination mit changierendem Tüll. Eingearbeitete Bügel-Cups bieten zudem eine herausnehmbare Polsterung. Minimalistin Lisa Marie Fernandez präsentiert pastellblaue Wickeloberteile und schlichte Kombinationen in Schwarz und Dunkelblau. Für Werbewirksamkeit sorgen die Bikinis von Jeremy Scott für Moschino. Bunte Buchstaben funkeln auf der Synthetikfaser. ID Sarrieri nutzt hochwertige Chantilly-Spitze für seine Designer-Swimwear. Triangel-Bikinis schlagen gut und gern mit mehreren hundert Euro zu Buche. Ein Blickfang ist garantiert.

Funktion und Zweckmäßigkeit liegen dem New Yorker Duo Flagpole Swim am Herzen. Das Ergebnis sind sportliche Hightech-Badeanzüge aus chlorresistentem und antibakteriellem Material. Victoria’s Secret liefert heuer passendes Equipment in Neonfarben und mit ausladenden Volants. Dakota nennt Agent Provocateur seinen Einteiler mit Schlitzen an den Seiten und im Brustbereich. Die Einschnitte sind Handarbeit und schmeicheln der Taille und den Hüften. Zur absoluten Oberliga der Strandmode zählt jene von Hervé Léger. Ein blitzblauer Bikini mit exorbitant vielen Cut-Outs kostet über tausend Euro. Eine ertragreiche Nische im Bademodengeschäft sind Strandkleider, Kaftane und filigrane Sarongs. Im Wettbewerb stehen unter anderem Melissa Odabash, Etro, Dolce&Gabbana, Talitha, Camilla, Dodo Bar Or, Marysia und Zeus+Dione. Bei aller Vorfreude auf hochsommerliche Temperaturen soll nicht auf ausreichenden Sonnenschutz für Gesicht und Körper vergessen werden. Wasserfeste Texturen mit Anti-Aging-Inhaltsstoffen sind im Vormarsch. In diesem Sinne – auf einen unvergesslichen Sommer …

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