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Die Auflösungsspirale dreht sich nach oben und der Ton hebt in die dritte Dimension ab

ELEKTRO | ANDREAS TANZER | COMPLETE MAGAZIN 3/14

Gigantische Kurven: 105-Zoll-Curved-TV mit 4K-Auflösung Samsung „SW9“, ca. € 20.000 (Foto: Samsung)

Die Welt der Fernseher ist nicht mehr flach. In der Luxusklasse finden sich immer mehr Geräte, deren Displays leicht gekrümmt sind. Dadurch präsentieren diese „Curved-TVs“ – für zentral positionierte Betrachter – ein unverzerrtes Bild und vermitteln vor allem ein „Mittendrin statt nur dabei“-Erlebnis à la IMAX. Besonders beeindruckend ist der Effekt, wenn der Bildschirm einen großen Teil des Blickfelds einnimmt, was etwa bei Samsungs neuem Flaggschiff SW9 unbestreitbar der Fall ist. Der SW9 protzt mit 105 Zoll – und soll zum stolzen Preis von 20.000 Euro im Herbst auf den Markt kommen. Aber auch in zivileren Größen und zu ebensolchen Preisen gibt es eine wachsende Auswahl an Curved-TVs. Damit der Effekt zur Geltung kommt, darf der Betrachter hier ruhig etwas näher zum Bildschirm rücken. Wer zu nahe an zu großen Displays sitzt, sieht unschön die Pixelstruktur. Daher werden gebogene Displays oft mit dem zweiten Fernseher-Trend kombiniert: 4K, auch UHD genannt. 4K ist weniger eine Revolution denn eine logische Evolution, nämlich die nächste Sprosse auf der Auflösungsleiter. Zumindest in der Oberklasse und ab 55 Zoll ist 4K schon Pflicht, egal ob bei gekrümmten oder flachen Fernsehern. Dass es noch kaum Content dafür gibt, beirrt die Hersteller ebenso wenig wie seinerzeit bei 3D. Derzeit bleibt nur das Upscaling, das entweder der Fernseher selbst oder ein passender Blu-ray-Player erledigt.

Doch was wäre das beste Bild ohne den Ton? Hier heißt das neue Nonplusultra für anspruchsvolle Early Adopter „Dolby Atmos“. Der Kino-Standard, bei dem die Lautsprecher nicht mehr in einer Ebene stehen, sondern der auch Klangquellen vorsieht, hält diesen Herbst auch in die Wohnzimmer Einzug. Je nach Konfiguration sind mindestens zwei Deckenlautsprecher nötig. Alternativ liefern am Boden aufgestellte Boxen per Reflexion den Schall von oben. Onkyo, Denon, Marantz und Pioneer haben für Herbst bereits passende AV-Anlagen beziehungsweise Software-Updates angekündigt. Erste Blu-rays mit Dolby-Atmos sollen ebenfalls noch heuer auf den Markt kommen.

Dass auch das simple Fernsehvergnügen bequemer wird, dafür sorgt Sat>IP: Ein kompatibler Sat-Receiver speist die TV-Signale direkt ins Heimnetzwerk. Mittels App werden Tablet und Handy zu handlichen Zweitbildschirmen. Panasonic hat auch Fernseher auf den Markt gebracht, die diese auf IP (Internet Protocol) basierten TV-Signale per WLAN, LAN oder Powerline empfangen und daher frei in Reichweite des Heimnetzes aufgestellt werden können.

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