Tragende Rolle

Von Blasen bis Rückenschmerzen – was falsches Schuhwerk anrichten kann, ist nicht zu unterschätzen. Gute Schuhe sind daher nicht nur für die Füße eine Wohltat

BIRGIT GUTH
FITNESS, COMPLETE MAGAZIN 2/21

Foto: Marc Bordons/Stocksy

Wir kommen meistens mit gesunden Füßen und mit der Gabe, barfuß optimal laufen zu können, auf die Welt. Diese Fähigkeit verlieren wir oft bereits im Kindesalter. Der Grund: Tragen wir von klein auf festes Schuhwerk, verlernt der Fuß, richtig belastet zu werden und intuitiv zu gehen. Sind Schuhe, oder auch Socken, zu klein oder eng, erschlafft die Fußmuskulatur oder verkümmert sogar, der Fuß verliert an Stabilität. In zu großen Schuhen rutscht der Fuß hin und her, beim Abrollen fehlt der Halt und die Zehen krallen sich zusammen. Fazit: Der passende Schuh spielt eine tragende Rolle, auch beim Laufen.

Wenn der Schuh drückt

Falsche Schuhe sind nicht nur unbequem, sondern können massive gesundheitliche Folgen haben. Diese reichen von Druckstellen, Blasen oder Hühneraugen bis hin zu Sehnenentzündungen, Gelenks- und Rückenschmerzen sowie Fußfehlstellungen wie Halux valgus. Abwechslungsreiches Schuhwerk wirkt der einseitigen Belastung von Muskeln, Sehnen und Bändern entgegen. Dann ist auch das gelegentliche Tragen von High Heels kein Problem. Wer die Schuhe regelmäßig wechselt und auslüften lässt, beugt übrigens auch unangenehmen Schweißfüßen vor. Steigen die Temperaturen, sind offene Schuhe beliebt. Diese sind gut, wenn sie dem Vorderfuß Halt bieten. Flip-Flops unterstützen das natürliche Abrollen nicht und können zu Gelenks- und Rückenschmerzen führen.

Auf die richtige Passform achten

Wie sieht der ideale Schuh nun aus? Der Schuh, den sich Füße wünschen, bietet den Zehen genügend Freiraum und an der Ferse guten Halt. Haben Schuhe die richtige Weite, drücken sie nicht. Zudem sollte das Material nicht zu steif sein. Nicht nur beim Gehen, auch beim Laufen ist eine gute Fußbekleidung Gold wert. Die Auswahl an Laufschuhen ist groß, das kann beim Kauf schon mal überfordern. Neben Farbe und Design ist es vor allem wichtig, den optimal passenden Schuh zu finden.

Der optimale Laufschuh

Welches Fußbett, welche Dämpfung, welche Sohle brauchen meine Füße? Um das herauszufinden, ist es zunächst einmal wichtig, ein paar Fakten über den eigenen Fuß zu kennen: Ist mein Fuß breit oder schmal? Knickt mein Fuß beim Auftreten nach innen oder außen? Habe ich einen Platt-, Spreiz-, Hohl- oder Senkfuß? Wie beweglich ist mein Sprunggelenk? Der Orthopäde führt eine umfassende Laufanalyse des Fußes und des Laufstils durch; die gewonnenen Daten helfen dabei, einen geeigneten Laufschuh zu finden.

Wichtig ist auch zu wissen, welcher Belastung der Schuh standhalten muss: Auf welchem Untergrund wird gelaufen, wie viele Kilometer pro Woche und wie viel wiegt der Läufer?

Der Weg zum Glück

Läufer, die beispielsweise viel auf weichem Untergrund unterwegs sind, etwa im Wald oder auf Trails, sollten Schuhe mit Profil wählen. Wer seinen Füßen Gutes tun möchte, geht außerdem viel barfuß, und das auf verschiedenen Untergründen. Mit sogenannten Barfußschuhen sollen Füße sich so natürlich wie möglich bewegen können und gleichzeitig vor Schmutz und Verletzungen geschützt sein. Sie punkten mit einer dünnen Sohle, wodurch der Fuß über den Ballen abrollen kann, und viel Bewegungsfreiheit für die Zehen. Ein Umstieg sollte allerdings langsam erfolgen, damit sich die Füße an die neuen Bedingungen gewöhnen können.


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