Unter Wölfen und Falknern

Die Region Hochsteiermark bietet ein abwechslungsreiches Programm in freier Natur

ÖSTERREICH | LAURA ARI | COMPLETE MAGAZIN 1/16

Foto: Burg Oberkapfenberg / Dominik Hutter / www.begipictures.at

Saftig grüne Wiesen, dichte Wälder und ein tüchtiger Anstieg – vor uns liegt der „Wilde Berg“. Dieser Tierpark in Mautern beherbergt rund 270 Alpentiere, unter ihnen Wölfe, Bären, Füchse, Luchse und Steinböcke. Auch ein Bauernhof mit Hasen und Ziegen zum Streicheln befindet sich am Areal. Kein Wunder, dass es ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Schulklassen ist.

„Schon Nobelpreisträger Konrad Lorenz ist in unserem 1968 gegründeten Wildtierpark ein- und ausgegangen“, erzählt Andreas Spöcker. Er leitet den 2015 wiedereröffneten Park.

Ein besonderes Erlebnis für Besucher ist die Greifvogelflugschau. Dabei fliegen beeindruckende Raubvögel wie Schneeeulen, Adler oder Geier ganz nah am Publikum vorbei. Auch die Fütterungen sollte man sich nicht entgehen lassen. Besonders putzig verhalten sich dabei die Waschbären. Kindern wird noch mehr geboten: etwa ein Spielpark mit Wasserspielen, Schaukeln und Riesenrutschen.

Der Wilde Berg ist nur eine der Attraktionen der Hochsteiermark. Sie liegt zwischen Mürzzuschlag, Bruck an der Mur, Leoben und Teilen von Liezen. Naturliebhaber schätzen hier die Stille des Waldes, aber auch den „Wald der Sinne“. Diesen ungewöhnlichen Parcours betreibt Barbara Holzer seit zehn Jahren in Neuberg. Sie möchte damit erreichen, dass die Besucher ihre „Verbindung zur Natur wiederherstellen“. Schmale Wege, Instrumente aus Holz und am Ende des Waldes ein traumhafter Blick auf die Rax – dabei kommt man zur Ruhe.

Wenn sich dann der Hunger meldet, empfiehlt sich am Rückweg nach Neuberg die Greißlerei von Traude Holzer. Die Neuberger Sängerin der „Neuen Wiener Conzert Schrammeln“ kocht (fast) alle Schmankerln selbst. Sie sorgt auch für das Kulturprogramm im Ort. Ist der Appetit groß, kehrt man in das Haubenlokal ihres Bruders Hubert Holzer ein.

Frisch gestärkt geht es ins Naturmuseum oder in die Kaiserhof Glasmanufaktur in Neuberg. Das Naturmuseum zeigt eine der größten privaten naturgeschichtlichen Sammlungen Österreichs. Der Bankier Herbert Schliefsteiner hat sie einst zusammengetragen und damit das Museum gegründet. Er sammelte vielfältige Tierarten und fertigte von ihnen schöne Zeichnungen an. Sein Bruder präparierte die Ausstellungsstücke.

Von der Natur zum Glas in die Kaiserhof Glasmanufaktur. Sie ist die einzige Glashütte der Steiermark in Vollproduktion. Ihre Kreationen sind in der Gegend immer wieder zu sehen: Rosenkugeln, Bodenkugeln, aber auch Beleuchtungskörper und Dekorstücke. Alles wird hier von Aurel und Valentin im Ofen bei einer Temperatur bis zu 1.250 Grad Celsius geblasen.

Ein eigenes Kulturprogramm bietet die Burg Oberkapfenberg. Auf ihrem Gelände wurde der einzige in Europa erhaltene Alchimistenschmelzofen entdeckt. Mehr erfährt man von dieser Epoche in einer Ausstellung mit dem Titel „Von den Kreuzrittern bis zu den Alchimisten“. Auf der höchsten Stelle des Burgberges liegt eine Loretto-Kapelle. Hier lassen sich Verliebte gern trauen.

Von ihrer schönsten Seite zeigt sich die Hochsteiermark auch im Mai, am 5. Sonntag nach Ostern. Da erlebt man das Fest des „Zwetschkenblühsonntags“. Einfach ein Genuss, diese steirische Region.

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