Wassernixen

Fashion Shows mit so wenig Stoff wie möglich – die Miami Swim-Week

MODE & BEAUTY | THOMAS REINBERGER | COMPLETE MAGAZIN 2/15

Foto: Victoria's Secret

„Wie ist dir nun, 
meine Seele?
 Von allen Märkten
des Lebens fern, 
darfst du nun ganz 
dein selbst genießen. Keine Frage
 von Menschenlippen
fordert Antwort.
 Keine Rede 
noch Gegenrede 
macht dich gemein. Nur mit Himmel und Erde 
hältst du
einsame Zwiesprach’. Und am liebsten 
befreist du
 dein stilles Glück,
 dein stilles Weh
 in wortlosen Liedern. Wie ist dir nun, 
meine Seele?
 Von allen Märkten 
des Lebens fern, 
darfst du nun ganz
 dein selbst genießen.“

Trotz der mitschwingenden Melancholie verströmt das Meer in Christian Morgensterns Kurzgedicht eine beruhigende und erholsame Energie. Entschleunigung, Tiefenentspannung – sich dem temporären Zeitwohlstand ergeben. Ach ja … Bevor wir aber vollends ins Nirvana abdriften, noch eine Auffrischung zu gebührender Strandkluft nebst passender Sonnenkosmetik. Laut Statistik besitzt jeder Bürger durchschnittlich drei Beachwear-Looks. Nicht mitgerechnet sind Tunikas, Sarongs oder Strandkleider. Glücklich, wer von jedem Style mindestens eine Variante sein Eigen nennt. Geht es nach den Trendvisionen der Kreativdirektoren, so möge die Dame von Welt ihren wohlgeformten Körper in möglichst sportiven Kombinationen zur Schau stellen. Für eine gelungene Active-Wear-Komposition werden benötigt: ein Crop-Top, gerne mit Racerback und Mesh-Einsätzen, sowie ein nicht allzu knapper Slip. Highlights sind bei T by Alexander Wang, Mikoh, Duskii, Zimmermann, Jason Wu, Adidas by Stella McCartney oder Flagpole Swim in Sicht. Letzteres Unternehmen bietet Bademode feil, die gut und gerne mit rund 400 Euro zu Buche schlägt – dies resultiert wiederum aus dem Einsatz von Hightech-Fasern mit Anti-Pilling-Effekt und einem hohen UV-Faktor. Aber keine Sorge, meine Damen (und Herren!), der klassische Bikini mit Triangel-Oberteil und Ultra-Mini-Höschen ist bei Weitem nicht weg vom Fenster. Bunter denn je, mit wilden Musterungen, als Color-Blocking oder schlicht unifarben in pudrigen Tönen, verhüllt das Stückchen Stoff gerade genug, um beinahe nahtlos braun zu werden. Die Eyecatcher im Bikinidschungel tummeln sich bei Missoni, Etro, Agent Provocateur, Vix, Matthew Williamson, Eres, MSGM, Moschino, Blumarine oder Adriana Degreas. Für Farbminimalisten liegen Marysia, Proenza Schouler, Zeus+Dione, Norma Kamali, Tory Burch und La Perla Kopf an Kopf. Freilich soll auch der Einteiler im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu kurz kommen. Aufgrund der „massiven“ Flächendeckung leider ein wenig in Verruf geraten, erlebt der Badeanzug eine Renaissance mit allerlei neuen Spielereien, Farbvarianten und optischen sowie anatomischen Details. Fotoprints, softe Bügel-Cups für erhöhten Tragekomfort, schnell trocknende Materialien und stark figurformende Einsätze. Bieder sind diese wasserabweisenden Geschosse bei Weitem nicht. Gönnen Sie sich daher ein Kleinod aus dem Hause Melissa Odabash, Orlebar Brown, Wolford, Mara Hoffman, Tomas Maier, I.D. Sarrieri oder Heidi Klein. Nun treten Sie der Sonne entgegen, genießen Sie die Zeit im Laissez-faire-Sinne und zollen Sie Ihrer inneren Balance den nötigen Respekt. PS: Bitte checken, ob noch ausreichend Sonnenschutz mit UV-Faktor im Rahmen des Verfallsdatums vorhanden ist!

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