Wohlbefinden im Winter

Die Tage werden kürzer, das Wetter wird trüber, die Energiereserven vom Sommer sind langsam aufgebraucht und die Stimmung sinkt rapide. Mit unseren Tipps kann man sich dennoch in der kalten Jahreszeit pudelwohl fühlen

IRIS SCHIFFRER
GESUNDHEIT, COMPLETE MAGAZIN 4/20

Foto: Olya Adamovich

Auch wenn es Überwindung kostet: Bewegung an der frischen Luft ist auch im Winter das A und O, um sich fit zu halten und die Laune zu heben. Besonders wenn man vielleicht durch den Vollzeitjob weder vor noch nach der Arbeit Tageslicht sieht, denn das kann sich auf die Stimmung schlagen. Kein Wunder. Durch das fehlende UV-Licht produziert der Körper weniger Vitamin D, wodurch der Serotonin-Spiegel sinkt und somit weniger Glückshormone produziert werden. Gleichzeitig kurbelt der Körper die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin an. Depressive Verstimmungen, Gereiztheit und Abgeschlagenheit sind die Folge. Statt sich also im Büro oder zuhause zu verkriechen, lohnt es sich, die dicke Jacke, Haube und Schal anzuziehen und in der Mittagspause eine flotte Runde an der frischen Luft zu drehen. Egal bei welchem Wetter. Denn das wichtige UV-Licht dringt auch durch eine dicke Wolkendecke. Eine Tageslichtlampe kann zusätzlich die Stimmung aufhellen.

Streichelzart auch im Winter

Starke Temperaturschwankungen, trockene Heizungsluft, Flüssigkeits­mangel – all diese Faktoren tragen besonders im Winter dazu bei, dass unsere Haut spannt und juckt. Durch die Kälte verengen sich unsere Blutgefäße, wodurch die Haut schlechter durchblutet wird und weniger Nährstoffe erhält. Der schnelle Wechsel in beheizte Räume irritiert und reizt zusätzlich und entzieht der Haut außerdem dringend benötigte Feuchtigkeit. Was macht unsere Haut auch im Winter zart und geschmeidig? Das Um und Auf für rosige Winterhaut ist viel trinken. Auch im Winter ist stilles Wasser das ideale Getränk, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Kräutertees oder heißes Wasser mit Zitrone eignen sich ebenfalls hervorragend. Ein weiterer Tipp ist regelmäßiges Lüften der beheizten Räume, um für optimales Raumklima zu sorgen. Zu guter Letzt ist auf die richtige Pflege zu achten. Zu heißes Duschen oder Baden trocknet die Haut zusätzlich aus. Lauwarmes Wasser ist also ideal. Anschließendes Eincremen sollte nun zum Standardprogramm gehören. In der kalten Jahreszeit eignen sich für normale Hauttypen am besten Lotionen mit rückfettenden Inhaltsstoffen.

Für Durchblicker

Auch unsere Augen werden in der kalten Jahreszeit sehr strapaziert. Bei klirrender Kälte beginnen die Augen oft zu tränen, in beheizten Räumen trocknen sie aus. Die natürliche Befeuchtung gerät aus dem Gleichgewicht, wodurch unsere Sehorgane anfälliger für Entzündungen, Trockenheit und Ähnliches werden. Hier gelten in erster Linie dieselben Regeln wie bei trockener Haut: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiges Lüften der Innenräume tun unseren Augen besonders gut. Wer viel Zeit vor dem Computerbildschirm verbringt, sollte zudem zwischendurch blinzeln und den Blick immer wieder in die Ferne schweifen lassen. Sehpausen sollten ebenso immer wieder eingehalten werden. Stehen längere Autofahrten an, sollte die Autoheizung wenn möglich nicht auf höchster Stufe und nicht mit dem Gebläse auf das Gesicht eingestellt sein, denn das reizt die Augen zusätzlich. Fühlen sich die Augen trotzdem trocken und müde an, können Augentropfen Erleichterung schaffen und die Befeuchtung von außen unterstützen.

Alle Jahre wieder

Statt der besinnlichen Adventzeit plagt viele der Vorweihnachtsstress. Auch das Konfliktpotenzial in vielen Familien steigt durch zu hohe Erwartungen, seelische Verstimmungen sind die Folge. Wie kann man diesem sich jährlich wiederholenden Kreislauf entkommen? Stressprävention heißt das Zauberwort. Fangen Sie rechtzeitig damit an, sich um Ihr Wohlbefinden zu kümmern und Ihre Nerven zu stärken. Entspannungsmethoden wie Meditation oder Yoga sind ideal, um im stressigen Alltag runterzukommen und die Nerven zu bewahren. Zusätzlich ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft machen Ihre Nerven bald zu Drahtseilen. Nutzen Sie zudem die Kraft der positiven Gedanken. Überlegen Sie jeden Abend vor dem Schlafengehen, wofür Sie dankbar sind. Macht man diese Übung über einen längeren Zeitraum, trainiert man sein Gehirn, viel mehr die positiven Dinge in seinem Leben wahrzunehmen. So steht einer schönen Winterzeit nichts mehr im Wege.


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