Theater / Show Empfohlen

Hakoah Wien

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In der Oktober-Ausgabe des Berliner Fachmagazins Theater der Zeit wurde die israelische Regisseurin Yael Ronens zu ihrer Arbeit befragt. In Israel gebe es, sagt sie da, eine Menge bedeutender Themen, über die man reden und schreiben könne. Zugleich beklagt sie, dass der kommerzielle Erfolgsdruck, dem man ausgesetzt sei, experimentellere Theaterformen unmöglich mache. Beides ist ihrer Grazer Stückentwicklung „Hakoah Wien“ anzumerken: Aus einer überbordenden Fülle hochbrisanter Themen, die sie rund um einen Konflikt zwischen ihrem Bruder Michael (der auch auf der Bühne brilliert) und ihrem Großvater anordnet, montiert die Regisseurin gemeinsam mit dem exzellenten Ensemble eine einfache Erzählung. Die Handlung ist nur Rahmen für Verhandlung. Kontrapunktisch komponiert Ronen ein Setting, das Schicksale zwischen Diaspora und nationaler Identität, heroisierter und sexualisierter Männlichkeit verknüpft. Weil´s eine Komödie ist, wird dieser Knoten am Ende hübsch gelöst. Scheinbar zumindest, denn wie Nestroy bietet Ronen mehrere Rezeptionsebenen an. Ihr Witz entschärft das Pathos, er lässt sie aber auch Wahrheiten sagen, die dem Menschen im Ernst eher nicht zumutbar wären. Ein Stück großes Theater! Das Grazer Publikum unterhielt sich blendend und spendete rekordverdächtigen Applaus. HERMANN GÖTZ

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Von der FALTER-Programmredaktion empfohlen

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