Pop/Rock / Elektronik Empfohlen

Marteria

© Paul Ripke


Als alltäglich kann man diese Biografie nicht gerade bezeichnen: Marteria, auch unter dem Namen Marsimoto aktiv, wurde 1982 als Marten Laciny in Rostock geboren. Sechsjährig begann er eine Fußballkarriere bei Hansa Rostock, die bis in die deutsche Jugend-Nationalmannschaft führte, mit 17 wurde er als Model entdeckt und lebte vorübergehend in New York, später folgte eine Musikkarriere, die ihn zu einem der erfolgreichsten Rapper Deutschlands machte. Seit einiger Zeit ist er auch noch als Songtext-Koautor für die Toten Hosen tätig. Marterias aktuelles Soloalbum "Roswell" ist heuer im Frühjahr erschienen und liefert die bewährte Hausmarke: Entspannt-konzentrierter Rap mit markant tiefer Stimme, sprachliche Kreativität ohne forcierten Originalitätszwang, Geschichtenerzählertum statt Floskelgedresche, linkspopulistische Statements statt "Alles Fotzen außer Mutti"-Blödsinn, Party und Reflexion, all das kombiniert mit gerne düster gefärbten Beats, Elektronik und eingängigen Melodien. "Roswell" spielt mit Science-Fiction-Themen, deutet das Alien aber durchaus auch irdisch. "Die Aliens sind die Außenseiter", erklärte der Rapper im Falter-Interview. "Mich begleitet das schon mein ganzes Leben. Etwa in der Rostocker Hip-Hop-Szene, wo man einst mit 250 Leuten angefangen hat. Graffiti! Breakdance! Musik machen! BMX fahren! Das war unsere Welt, für die anderen aber waren wir nur die Idioten mit den weiten Hosen. Wenn in der Schule Fremde zu uns in die Klasse kamen, Ausländer, haben sie bei uns Hip-Hoppern Anschluss und Schutz gefunden. Man hatte auch dieses soziale Denken, dass man Leute beschützt, die schwächer sind, anstatt auf sie draufzuhauen. Hip-Hop, das sind die ganzen Assis, denkt man heute. Das war es aber nie. Hip-Hop war immer auch politisch und links denkend."

Zusatzinfo:
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(D) - Roswell Tour 2017
Sonstiges:
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Von der FALTER-Programmredaktion empfohlen

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