Pop/Rock / Elektronik Empfohlen

King Krule

© XL Recordings


Früher hätte es so etwas nicht gegeben. Da veröffentlichen Bob Dylan und U2 neue Alben – und landen in den Kritikerjahrescharts der deutschen Ausgabe des sanft dem Konservatismus zugeneigten Musikmagazins Rolling Stone nur unter "ferner liefen" auf den Plätzen 48 und 49. Noch überraschender als die Platzierungen von U2 und Bob Dylan ist freilich jene von King Krule, der mit seinem zweiten unter diesem Pseudonym veröffentlichten Album "The Ooz" ganz vorne liegt. Gut, der 23-jährige Londoner mit der markanten Stimme, der eigentlich Archy Marshall heißt und auch unter diesem Namen schon ein Album veröffentlich hat, gilt seit seinem Debüt "6 Feet Beneath The Moon" von 2013 als aufregendster junger britischer Musiker auf Gitarrenbasis. "The Ooz" auf den obersten Stockerlplatz zu stellen ist dennoch mutig, zeichnet sich die fast 70-minütige Platte doch nicht unbedingt durch eingängige Melodien und sofort wiedererkennbare Songs, sondern vielmehr durch eine Unmenge an Ideen aus, die eher lässig hingeworfen als detailgenau ausformuliert wurden. Wobei "lässig" hier keineswegs "gut drauf" meint. Archer, pophistorisch versierter und politisch links sozialisierter Spross einer Künstlerfamilie, ist keines dieser strahlenden Glitzerwesen, sondern ein moderner Bluessänger, der sich vom Rock'n'Roll der frühen Jahre über Jazz, Punk und Protestlied zu Hip-Hop zitiert, bisweilen angriffslustig, oft aber auch erschöpft, niedergeschlagen, schlecht drauf. Kreativ seit seiner Kindheit, hat Archer angeblich schon um die 800 Songs geschrieben. "Er ist der Poet des Ungemütlichen, der Chronist der Seelenödnis, eine eigentümlich raue, trunkene Stimme seiner Generation", schreibt Rolling Stone über King Krule. Nun tritt dieser etwas andere Popkönig in Wien auf.

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(GB) - ausverkauft!
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Von der FALTER-Programmredaktion empfohlen

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