Pop / Rock Empfohlen

Kraftwerk

(D) - "3D"

Foto: PETER BOETTCHER

Foto: PETER BOETTCHER


Anfang der 1970er-Jahre waren Kraftwerk um die zwei prägenden Musiker Ralf Hütter und Florian Schneider eine deutsche Krautrockband unter vielen. Nach drei Alben erfanden sich die Düsseldorfer als teutonisch-romantische Kling-Klang-Ingenieure neu - und sollten damit zur einflussreichsten Popband zwischen den Beatles und den Sex Pistols werden. Kraftwerk fuhren 1974 auf der "Autobahn" zum US-Erfolg, erforschten die "Radioaktivität" (respektive die Aktivität des Radios), träumten von der "Mensch-Maschine", beschrieben die "Computerwelt" und lieferten die Blaupause für Synthiepop, Techno und Electro; selbst im frühen US-HipHop haben sie via Samples Spuren hinterlassen. Dabei waren Kraftwerk nicht nur visionär, sie haben auch eine Handvoll Alben für die Ewigkeit geschaffen. Seit den ausgehenden 80ern arbeitet das Quartett - inzwischen ist nur mehr Ralf Hütter als Original-Kraftwerker übrig - an seiner eigenen Musealisierung; elitär Performances in Kunsttempeln und Opernhäusern machten Deutschlands bedeutendsten Pop-Exportartikel irgendwann dann endgültig zu einem Stück Hochkultur. 2014 öffnete das Technopopmuseum auch bei den Wiener Festwochen seine Pforten; auf vier Abende verteilt war im Burgtheater mit täglich zwei Konzerten der "Katalog" zu hören - jene acht Alben, die nach "Kraftwerk 1", "Kraftwerk 2" und "Ralf & Florian" entstanden sind. Nicht werkgetreu, sondern irgendwie modernisiert und mit allerlei visuellem Schnickschnack angereichert. Wie viel Ralf Hütter - er wird im August 72 - und seine Statisten an ihren technoiden Stehpulten auf der Bühne tatsächlich live generieren, ist so unklar wie letztlich auch egal: Der Sound ist gut, der Rest ist Mythos, Verklärung und Nostalgie. Die aktuelle Tour "3D" bietet einen Zusammenschnitt des "Katalog"-Programms.

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  • Termine Oberösterreich
  • Donaupark
    Untere Donaulände, 4020 Linz
    • Mo., 24. Jun. 20:30 Uhr

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