Theater Empfohlen

Glaube Liebe Hoffnung

von Ödön von Horváth unter Mitarbeit von Lukas Kristl. R: Thalheimer B: Altmann K: Tag M: Wrede D: Henkel, Hillebrand, Jesch, Kiepe, Masula, Matic, Radakovits, Reinagl, Rockstroh, Sandmeyer, Samarovski, Scheidleder, Sulaver, von Poelnitz, Wenzl, Wieland

Foto: Reinhard Maximilian Werner


Ödön von Horváths "kleiner Totentanz" von 1932 erzählt vom Existenzkampf der jungen Elisabeth, der sie Schritt für Schritt in den Selbstmord führt. Das Stück ist ein Meisterwerk, in dem sich kaum ein überflüssiges Wort findet. Für Regisseur Michael Thalheimer, der unter anderem dafür bekannt ist, Dramen auf ihre Essenz einzudampfen, gibt es da eigentlich nichts mehr zu streichen. Hat er diesmal auch nicht gemacht, stattdessen hat er sogar noch zwei Szenen dazu genommen, die Horváth für die Endfassung eliminiert hatte. Thalheimer ist darum bemüht, Elisabeths Schicksal nicht als Einzelfall vorzuführen, sondern als gesellschaftliches Versagen. Für die komischen Seiten der Aufführung sind die mehr oder weniger grotesk überzeichneten Nebenfiguren zuständig; als eigensinnige Elisabeth ist Andrea Wenzl das kraftvolle Zentrum einer Inszenierung, die für einen modernen Klassiker neue Töne und Bilder findet.

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