Bühne Empfohlen

Am Ziel

von Thomas Bernhard. R: Rippert B: Liszt K: Lakner M: Pawlickek D: Lyssewski, Riegner, Galke

Typisch furiose Bernhard-Wutoper: An einem frühen, scheinbar friedlichen Morgen schimpft eine Mutter erbarmungslos über den gestrigen Theaterabend, dessen Autor sie in die Sommerresidenz eingeladen hat, in die sie nun zu fahren gedenkt. Dörte Lyssewski („die entsetzlichste Jacke für die große Schauspielerin“) triumphiert, ist genauso sadistisch, wie hilflos, wie distanzlos oder interessiert. Dagegen zieht Maresi Riegner für die meist schweigende Tochter ein gänzlich anderes, abstrakt choreografisches Register. Was den faszinierenden Effekt erzielt, dass dem Narzissmus der Mutter in der Tochter ein Kein-Opfer gegenüber steht. Als Schriftsteller tritt dann noch urkomisch Rainer Galke auf. 140 Minuten Schauspiel-Glück.

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