Pop/Rock / Elektronik Empfohlen

Little Simz

(GB)

Den Anspruch auf die Regentschaft erhob sie bereits 2015 auf ihrem Debütalbum. „Everybody should know that I’m king now, yeah!“, rappte die Britin Little Simz da selbstbewusst. Mit ihrem zweiten Solowerk „Grey Area“ (2019) setzte sich die Musikerin, die bürgerlich auf den Namen Simbiatu Ajikawo hört, endgültig die Krone auf. Es war eines der lässigsten Hip-Hop-Alben der letzten Jahre, weil Rap und Pop, No-Bullshit-Hop und eingängige Samples aufs Schönste zusammenfanden, wie es nur ganz selten gelingt - ohne Tralala und erzwungene große Refrains, ohne Anbiederung an aktuelle Sounds. Little Simz ist eine Königin ohne jeden Größenwahn. Ja, sie ist sogar ein wenig scheu. Im Titel ihrer aktuellen Platte „Sometimes I Might Be Introvert“ (2021) gibt sie einen Hinweis auf ihr ruhiges Wesen. Gleichzeitig bilden die Anfangsbuchstaben ihren Kosenamen Simbi. Introspektive Nabelschau bietet das gut einstündige Werk jedoch keine. Aus dem Persönlichen heraus reflektiert die Rapperin, die 1994 in London geboren wurde, wortgewaltig die Welt, streckt dabei selbst in zornigen Momenten noch die Hand aus und mischt diverse Hip-Hop-Spielarten überzeugend mit zeitgenössischem Soul. Und nicht zuletzt punktet Little Simz  mit ihrer rauen Stimme, der zuzuhören nie langweilig wird.

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