Pop/Rock / Elektronik Empfohlen

Kae Tempest

(GB)

Mit 16 träumte Kate Tempest davon, ein Rap-Star zu werden. Die Realität bestand aus Auftritten bei kleinen Open-Mic-Abenden und in Londoner Plattenläden. 26-Jährig begann mit dem Lyrikband „Everything Speaks in Its Own Way“ eine Literaturkarriere, die zahlreiche Preise mit sich bringen sollte, das nahe am Hip-Hop gebaute Debütalbum „Everybody Down“ folgte 2014. Heute ist Kae Tempest 36, hat das „t“ aus dem Vornamen gestrichen, identifiziert sich seit 2020 als non-binär und legt mit „The Line Is a Curve“ die stärkste und geschlossenste Platte im bisherigen Oeuvre vor. In zwölf Abschnitten erzählen die Songs poetisch verdichtet Geschichten von inneren Kämpfen und Dämonen; von Sucht, Entfremdung und Fremdheit vor dem eigenen biologischen Geschlecht, aber auch von Resilienz und zu guter Letzt von der Liebe. Liebe meint hier vor allem die Erkenntnis, die Whitney Houston einst in „The Greatest Love of All“ stolz in die Welt hinausschmetterte: wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben. Tempests Wortgewalt war immer schon beeindruckend, emotional berührte sie jedoch nur phasenweise. Nun gelingt es: „Ich bin inzwischen in einer Position, in der ich mich selbst akzeptiere. Heute bin ich so weit, die Leute zu begrüßen und zu meiner Musik einzuladen.“

Dieser Event hat leider bereits stattgefunden.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!