Lesung / Literatur Empfohlen

Milena Michiko Flašar: Oben Erde, unten Himmel

(Buchpräsentation)

Wer sagt eigentlich, dass Autorinnen und Autoren ständig publizieren müssen, um relevant oder zumindest im Gespräch zu bleiben? Milena Michiko Flašar verfolgt erfolgreich einen anderen Plan. Die 1980 in St. Pölten als Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters geborene und zweisprachig aufgewachsene Autorin hat sich bei ihren Romanen auf einen gemächlichen Fünf-Jahres-Rhythmus eingeschwungen. Der Durchbruch gelang ihr 2012 mit dem fein gezeichneten „Ich nannte ihn Krawatte“ (2012). Das Buch erzählte vom Phänomen des Hikikomori, dem kompletten Rückzug aus der Gesellschaft - aber auch von Wegen, die zurück ins Leben führen. In „Herr Kato spielt Familie“ zeichnete sie dann mit wenigen Strichen und viel Wärme ein ganz normales Leben. Im Mittelpunkt stand ein Pensionist, der sich von einer Agentur als Opa, Exmann oder Vorgesetzter vermitteln lässt und so viele ganz unterschiedliche Menschen trifft. Diese Woche präsentiert Flašar im Literaturhaus ihren neuen Roman „Oben Erde, unten Himmel“, der von den letzten Dingen erzählt. Wenn jemand unbemerkt verstirbt, wie es immer öfter passiert, rückt Herr Sakai mit seinem Putztrupp an. Zu diesem gehört ganz frisch „Fräulein Suzu“. Sie lernt schnell. Lesung und Gespräch mit Kristina Pfoser. Musik: Anna Mabo.


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