"Rosie in Wien" von Birgitta Heiskel, Monika Helfer

Klaus Nüchtern
FALTER 12/2004

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Das Genre Bilderbuch erfreut sich nicht nur bei Madonna großer Beliebtheit, wenn's darum geht, mal was anderes zu machen. Karl Ferdinand Kratzl erzählt in dem von Helga Bansch zart und witzig illustrierten "Schlappi" die Schöpfungsgeschichte neu. Der Titelheld, ein Hase mit "natürlichrosa" Fell, war Gottes beste Kreation und brachte erste troubles in paradise, weil sich Avam und Eda darob in die Haare kriegten, dass die Hasensuppeneinlage (aufgrund der häsischen Überlegenheit in Sachen Laufen) nicht gefangen wurde.

"Schmetterling Fetterling" ist bereits die zweite Zusammenarbeit von Franzobel und Sibylle Vogel und hat - wie bereits "Die Nase" - eine titelkundige körperliche Unzulänglichkeit zum Inhalt, die sich aber schließlich, nachdem der Fetterling sich die von der Fitnessfliege abtrainierten Pfunde wieder angefressen hat, als großer Vorteil entpuppt.

Weniger deftig als bei ihren Kollegen, wo Furzgurken (Kratzl) und Stinkzwerge respektive Furzkanonen (Franzobel) die entsprechenden Geräusche und Gerüche von sich geben, geht es in "Rosie in Wien" zu, einer poetischen und von Birgitta Heiskel kongenial illustrierten Geschichte von Monika Helfer, in der nicht nur bekannte Wien-Klischees (Riesenrad, Strauß-Schani, Orson Welles im Untergrund) liebevoll herbeizitiert werden, sondern auch der invalide Exbürgermeister, Augustin-Verkäufer und die berühmteste Innenstadt-Saxofonistin vor- und in einen endlich milden April entkommen: "Die Innenstadt bebte vor Glück." Wurde ja auch Zeit.


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