"Darum nerven Österreicher" von Walter Lendl

Thomas Askan Vierich
FALTER 46/2007

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Dass der Österreicher, speziell der Wiener, am Selbsthasssyndrom leidet, ist bekannt und uns Nichtösterreichern unverständlich. Ist doch eigentlich ganz leiwand bei euch, speziell in Wien! Der Steirer Walter Lendl lebte lange in Wien und zog nach Berlin. Die Gründe seiner Flucht legt er in diesem Büchlein aus der Reihe "Darum nerven ..." dar: eine Ansammlung von Negativklischees über alles Österreichische – von (nona!) Haider, der Seitenblicke-Gesellschaft, dem Austropop, den stümpernden Fußballern bis zum (angeblich) verlogenen Charme der Tiroler. Das haben wir alles schon mal gehört, oft auch lustiger. Und es stimmt sogar manchmal (Fußball, Seitenblicke).
Lendl mag keine Kaffeehäuser – wegen der schnöseligen Kellner. Komisch, zu mir sind sie das selten. Heurige mag er auch nicht, besonders die in Grinzing. Immerhin stellen seine Beschreibungen eine eindrückliche Warnung für naive Touristen dar. Der Österreicher sei nicht so strebsam wie der Deutsche – gut so, das macht das Leben hier etwas entspannter. In Österreich wiehere der Amtsschimmel – wo tut er das nicht? Und dass die Wiener das Schnitzel nicht erfunden haben, ist ebenso bekannt wie wurscht – solange es schmeckt. Klischees breitzutreten (der Burgenländer entspricht dem Ostfriesen, und alle Vorarlberger arbeiten beim Falter) ist langweilig und auch dem seltsamen Reihenkonzept geschuldet. Österreicher können tatsächlich nerven, besonders, wenn sie sich selbst nicht leiden können.


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