"Romy Schneider" von Katja Riemann, Thilo Wydra

Ulrich Rüdenauer
FALTER 40/2008

Romy Schneider
Hörstück mit Katja Riemann
Katja Riemann, Thilo Wydra
Hoffmann und Campe - 2008
0,00

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"Ach, die Sissi", hat meine Oma immer geseufzt, wenn Romy Schneider – längst der kaiserlichen Robe entwachsen – auf dem Fernsehschirm auftauchte. Das war der Schauspielerin Los: Romy Schneider hatte sich mit jedem ihrer postpubertären, teils großartigen Filme das Sissi-Image wegspielen wollen, aber das gelang nur bedingt. Ihre Bedeutung als Charakterdarstellerin wurde zunächst in Frankreich erkannt; erst langsam sprach sich das auch im deutschsprachigen Raum herum. 1981 ist sie nach vielen Schicksalsschlägen an Herzversagen gestorben.
Anlässlich ihres 70. Geburtstags sind nun einige neue Bücher erschienen, darunter eine kompakte Suhrkamp-Basisbiografie. Der Journalist Thilo Wydra trägt darin nicht allzu viel Neues zusammen, aber das Alte ist solide kompiliert. Als "Hörstück" wirkt die Biografie allerdings ein wenig farblos und dramaturgisch nicht gerade einfallsreich umgesetzt: Eine Sprecherin erzählt das Leben von Romy Schneider, und alles soll auf eine CD passen. Da hilft es auch nicht, dass die Sprecherin Katja Riemann heißt. Die muss, mit rauchiger Stimme, mitunter ein paar Plattitüden und viele Jahreszahlen vorlesen. Sie kämpft sich souverän und mit ein bisschen überspielter Langeweile durch den biografischen Abriss – nun, der Text ist nicht für die große Rezitation gemacht. Aber der Verlag dachte sich wohl: Romy Schneider und Katja Riemann – eine der beiden muss ja ziehen.


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