"Zones of Exclusion: Pripyat and Chernobyl" von Robert Polidori, Elizabeth Culbert

Nicole Scheyerer
FALTER 21/2004

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Es handelt sich um ein unausgewiesenes Genre der Fotografie: prächtige Bildserien von verwüsteten oder verfallenen Orten mit posthumanen Touch. Noch gruseliger wirken die Aufnahmen des A3-großen Bildbandes "Sperrzonen, Pripjat und Tschernobyl", bei denen man die radioaktive Verseuchung automatisch mitdenkt. Der kanadische Fotograf Robert Polidori hat zuletzt die romantische Patina Havannas dokumentiert. Wenn er sich jetzt weniger beschaulichen Stätten des Realsozialismus widmet, sehen die Bilder deswegen nicht viel anders aus. Die perfekt komponierten Fotos halten Wohnblocks, Wälder aus Hochspannungsleitungen und Reaktorkontrollräume ebenso fest wie Gartenhäuschen oder Kindergärten. Erlebnisbericht des Fotografen aus der Todeszone findet sich leider keiner in dem Buch.


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