Die stille Post der Mafia

"M wie Mafia" von Andrea Camilleri

Stefan Kluger
FALTER 32/2009

M wie Mafia
Andrea Camilleri
Kindler 2009

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Als Bernardo Provenzano im Jahre 2006 festgenommen wurde, staunte die Welt: Dieser Mann, keine 1,60 Meter groß, sollte ein berüchtigter Mafiaboss sein? Tatsächlich war der 1933 in Sizilien geborene Provenzano bereits in den frühen 1960er-Jahren untergetaucht. Er kommunizierte mithilfe kleiner, mit Klebeband versiegelter Zettel, sogenannter pizzini, und nahm so über Jahrzehnte großen Einfluss auf die sizilianische Cosa Nostra. Obgleich wie Empfehlungen formuliert, waren seine Botschaften bedingungslose Befehle. Neben Schutzgeld, Mord und Totschlag kümmerte sich Provenzano sogar um die Eheprobleme seiner Leute. Andrea Camilleri berichtet über Aufstieg und Fall des Paten. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, zieht das als Lexikon konzipierte Buch den Leser schließlich in seinen Bann. Anhand der pizzini durchleuchtet der Autor die ungeheuerliche Welt der Cosa Nostra.


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