Demokratie als Exportware

"Gefährliche Wahl" von Paul Collier

Bernhard Riedmann
FALTER 42/2009

Gefährliche Wahl
Wie Demokratisierung in den ärmsten Ländern der Erde gelingen kann
Paul Collier
Siedler 2009

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In der Welt des George W. Bush funktioniert das wohl so: rein ins Land, die Bösen erschießen, Wahlen abhalten. Paul Collier, Direktor des Instituts für afrikanische Ökonomien in Oxford, sieht Demokratisierungsprozesse etwas differenzierter: Es braucht gewisse Voraussetzungen, damit die Demokratie ihre transformative Kraft entfalten kann. Collier ist kein Verteidiger von Diktaturen, nur zeigen seine Forschungsarbeiten, dass eine überhastete Demokratisierung gegenteilige, ja destruktive Effekte mit sich bringt. Missbrauch der Demokratie beim Machterwerb, Missbrauch der erworbenen Macht, strukturelle Unsicherheit. An diesen Punkten müsse die internationale Gemeinschaft ansetzen. Friedensmissionen sind im Sinne Colliers, von erzwungenen Regimewechseln von außen hält er allerdings nichts. Diese würden extremistische Identitäten konstruieren und nicht verheilte Wunden des Kolonialismus aufreißen, meint er. Hätte das nur einmal jemand George W. Bush gesagt.


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