"Das dritte Buch über Achim" von Uwe Johnson

Ulrich Rüdenauer
FALTER 44/2009

Das dritte Buch über Achim
Uwe Johnson
Der Hörverlag 2009

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Uwe Johnson galt einmal als der Autor der beiden Deutschland. Spätestens nach dem Mauerfall suchte man neue Einheits-Autoren, und Uwe Johnsons Stern, der in den 60er-Jahren hell zu leuchten begonnen hatte, ist inzwischen ein bisschen blasser geworden. Das ist schade, nicht allein wegen seines fulminanten Hauptwerks "Jahrestage", sondern auch wegen seines 1961 erschienenen Romans "Das dritte Buch über Achim". Es geht darin um Johnsons große Themen: "Die Teilung, die Grenze, der Unterschied". Und es handelt von der Schwierigkeit, der historischen Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Eine Hörspielproduktion des Regisseurs Norbert Schaeffer und des Schauspielers Dietmar Mues bietet nun Gelegenheit, auf beeindruckende Weise in den Kosmos dieses Autors einzutauchen. Dabei halten sich die beiden Hörspielmacher eng an den Text und die Diktion des Autors, lassen verschiedene Figuren zu Wort kommen, erzeugen mit sparsamen dramaturgischen Mitteln eine Atmosphäre, in der man hörend aufgehen kann. Den Erzählpart übernimmt Mues selbst; die Rolle des Karsch, jenes Journalisten, der vor dem Mauerbau von Hamburg in die DDR reist, um eine Biografie über den Radrennprofi Achim zu schreiben, hat Ulrich Noethen inne. Bei Johnson sind das Politische und Poetische so nah beieinander wie bei kaum einem anderen Autor, auch das demonstriert dieses gelungene Hörbuch.


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