Audimaxisten, aufgepasst!

"Wiener Wandertage" von Elisabeth Boyer, Frederick Baker

Florian Klenk
FALTER 45/2009

Wiener Wandertage
Elisabeth Boyer, Frederick Baker
Wieser 2002

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Der Österreicher, so die Mär, sei kein protestfreudiges Wesen, sondern ein Untertan. Nicht nur Zwentendorf, Arena, Hainburg und das Lichtermeer sprechen allerdings gegen diese These. Auch die aktuelle Besetzung des Audimax zeigt, dass in Österreich stets politisierte Menschen auf die Straßen zogen. Wer heute im Audimax demonstriert, saß vor zehn Jahren vielleicht noch in der Volksschule. Umso wichtiger ist es, an das wunderbare orange Büchlein der Journalisten Frederick Baker und Elisabeth Boyer zu erinnern, das im Jahr 2002 beim Wieser-Verlag erschien. Texte, Reden, Polemiken und Zeitungsberichte über die "Wiener Wandertage" sind darin auf 566 Seiten dokumentiert. Was damals los war? Als Schüssel mit Haider im Jahr 2000 eine Regierung bildete, versammelten sich Hunderte, manchmal Tausende, um jeden Donnerstag durch Wien zu ziehen. Am beeindruckensten war wohl der Marsch vom Heldenplatz zum Küniglberg. Die Wiener rissen die Fenster auf und jubelten hinunter.


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