"Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken" von Teresa Präauer

Sebastian Fasthuber
FALTER 3/2010

Taubenbriefe von Stummen an anderer Vögel Küken
Teresa Präauer
Edition Krill 2009
€ 14,00

Anzeige


"Wo Vögel ausgeflogen sind, dorthin kehren sie im folgenden Jahr zurück: manche mit Briefen im Schnabel. / Und raschelnd, in Schichten gefaltet, zwischen Papier und Hölle, so ,rennen die Küken barfuß im Wind'." So schrieb Ilse Aichinger. Die in Linz geborene Autorin und Künstlerin Teresa Präauer (Jg. 1979) verwendet dieses Zitat als Folie für ihr Buchdebüt. Sie verbindet darin ihre Leidenschaft für Literatur und bildende Kunst mit einem Faible für Federvieh. In Bleistiftzeichnungen und Kürzestprosa mit Nähe zum Haiku erfindet sie Wesen wie den "Zutraulichen Astgabler", das "Kräuselküken" oder den "Braven Höllengreifling" und lauscht ihrem Gesang: "Da frägt man, was die Vögel tun, und hört, was sie berichten."
Die "Taubenbriefe", in der ebenfalls noch sehr jungen Edition Krill erschienen, sind ein außergewöhnlich schön gestaltetes Buch. Kein Kindle kann dessen optische und haptische Qualitäten nur irgendwie wiedergeben: Die 30 Kartonblätter mit Zeichnungen und Texten sind am Rand sorgfältig geklebt, die einzelnen Seiten lassen sich jedoch auch problemlos rausreißen, ohne das Buch zu zerstören, und als Postkarten verschicken. Wie bei Ilse Aichinger: Manche kehren mit Briefen im Schnabel zurück.

Lesung: 27.1., 20.15 Uhr, in der Alten Schmiede


Anzeige

Diese Rezensionen könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige