"Die Donau hinab" von Christian Thanhäuser, Karl-Markus Gauß

Erich Klein
FALTER 6/2010

Die Donau hinab
Christian Thanhäuser, Karl-Markus Gauß
Haymon Verlag 2009
€ 19,90

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Die Donau hat Konjunktur. Eine erfrischend knappe Gegenerzählung zur österreichischen Walzeridentität hat der essayistische Reisende Karl-Markus Gauß nun vorgelegt – Geschichten von Menschen wie Büchern zwischen Schwarzwald und Schwarzem Meer. Die Ordnung gibt ein scheinbar zufälliges Donaualphabet vor. Auf den serbisch-jüdischen Romancier David Albahari, der aus Jugoslawiens letztem Krieg emigriert, folgt die Überquerung der längsten Donaubrücke in der Dobrutscha; in Linz wird der Autor Franz Kain wiederentdeckt …
Im Mittelpunkt stehen die 1944 aus ihrer Heimat vertriebenen Donauschwaben, darunter auch die Eltern von Gauß, die in der Gegend von Novi Sad lebten: "Futog, das war der pannonische Staub – und die Donau, zu der die Kinder sommers zogen, um sich von ihr ein paar Kilometer flussabwärts treiben zu lassen und dann an ihrem Ufer wieder zurückzutraben, ein Vergnügen, so groß, dass meine Mutter noch am Ende ihrer Tage kein anderes zu nennen wusste, das ihm gleichgekommen wäre." Verleger Christian Thanhäuser hat die 2888 Stromkilometer exzessiv gezeichnet und in Holz geschnitten.


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