"Können Tiere denken?" von Reinhard Brandt

Sebastian Kiefer
FALTER 22/2010

Können Tiere denken?
Ein Beitrag zur Tierphilosophie
Reinhard Brandt
Suhrkamp - 2009
10,30

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Der erste Satz legt sich fest: Mit "Denken" ist die "Fähigkeit, Urteile zu bilden" gemeint. Damit könnte das Buch enden, denn das zu Beweisende wird durch diese norma­ti­ve Definition vorentschieden. Aber: Wenn Tieren ­abstrahierendes "Urteils"-Vermögen abgeht, ­bedeutet das keineswegs, dass Tiere zu keinem "Denken" im Sinne komplexer Entscheidungsfindung oder situativer Abwägung fähig sind. Brandt teilt viele Vorurteile seiner Zunft, dennoch ist sein Buch lesenswert und eröffnet neue Aspekte – etwa zur These, das Urteilen sei bei den Urmenschen aus Akten des Zeigens hervorgegangen.


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