"Machiavelli" von Ross King

Veronika Seyr
FALTER 28/2010

Machiavelli
Philosoph der Macht
Ross King
Knaus 2009

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Wenn ein halbstarker Rapper wie 50 Cent glaubt, eine Management-Fibel schreiben und sie mit verballhornten Machiavelli-Zitaten aufpeppen zu müssen ("Der größte Feind, den ein Mann haben kann, ist die eigene Angst"), kann man daran die seit fast 500 Jahren währende Attraktivität des Florentiner Staatsphilosophen ablesen. Den Ruf des skrupellosen Machtpolitikers hat ihm seine 1515 verfasste Streitschrift "Il principe" eingebracht. Sie sollte ihm, einem der obersten Beamten der bürgerlichen Signoria, die Gunst der siegreichen Medici zurückbringen, was ihm zeit seines Lebens (1469–1527) nicht mehr gelang.
Die Biografie des kanadischen Kunsthistorikers und Renaissance-Spezialisten macht nicht nur einen der brillantesten politischen Denker der europäischen Geistesgeschichte begreifbar, sondern zeigt auch den (seinem Freund Leonardo da ­Vinci nicht unähnlichen) lebenslustigen Menschen, Diplomaten, Kriegsstrategen, Komödienschreiber und Weinbauern in einer "vom bestialischen Wahnsinn des Krieges gezeichneten Zeit".


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