"Hanna Berger" von Andrea Amort

Bettina Hagen
FALTER 31/2010

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In diesem Buch steckt ein großes Stück Recherchearbeit. Es ist eine Materialsammlung im besten Sinne, denn das flüchtige Werk einer Tänzerin vor dem Videozeitalter hätte ohne Dokumentation, Fotos und deren Veröffentlichung keinerlei Überlebenschance. Das Leben der Wiener Tänzerin und Choreografin Hanna Berger (1910–1962) war abenteuerlich: Als uneheliches Kind einer Arbeiterin und eines Bürgers war sie zeitlebens Kommunistin und Pazifistin, was ihr unter der Naziherrschaft Gefängnis und Zwangsarbeit, im Nachkriegswien teils künstlerische Ächtung einbrachte. Doch die Tanzhistorikerin Andrea Amort widmet sich vornehmlich den Werken, die Berger einen Platz in der Geschichte des modernen Tanzes neben Rosalia Chladek und Grete Wiesenthal sichern sollen. Zitate und Fotos lassen ein kurzes, entbehrungsreiches Künstlerleben zwischen Wien, Berlin, der DDR und Italien – auch in der politischen Dimension des Scheiterns durch Nichtanpassung – lebendig werden. Auch in den Selbstzeugnissen wird deutlich, dass ihr soziale Verantwortung am wichtigsten war.

Präsentation: 11.8., 19 Uhr, Burgtheater-Kasino


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