"Die Kunst der Seelenruhe" von Andreas Urs Sommer

Andreas Kremla
FALTER 38/2010

Die Kunst der Seelenruhe
Anleitung zum stoischen Denken
Andreas Urs Sommer
C.H.Beck 2010
€ 10,30

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Stoiker – sind das nicht jene, die nichts Schöneres kennen, als dass ihnen alles egal ist? Auf N. trifft dies nicht zu. Er will sein "geliehenes Leben" zu einem eigenen machen, verlässt seine Familie und macht sich auf den Weg. Seine Suche wird aus dem Off von einer männlichen und einer weiblichen Stimme kommentiert. Mit dieser Dreieckskonstellation gelingt es dem Autor, einem sprachlich gewandten Philosophieprofessor, Spannung aufzubauen.
N. probiert von der Religion bis zur Sammelleidenschaft, von demonstrativer Coolness bis zu Drogen- und Sexexzessen so einiges durch. Aber seine Versuche, sich selbst zu finden, misslingen letztlich alle. Man gewinnt einen Eindruck davon, wie das Lösen von Abhängigkeiten zu mehr "Seelenruhe" führen könnte. Das Gefühl, dass dies für Protagonisten oder einen selbst tatsächlich funktioniert, bekommt man allerdings nicht. Trotz kluger Kommentare erinnert der Kampf gegen N.s "metaphysische Obdachlosigkeit" am Ende dann doch an einen Wettlauf ohne Sieger.


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