"Michelangelo Antonioni" von Seymour Chatman, Paul Duncan

Nicole Scheyerer
FALTER 37/2004

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In den Filmen von Michelangelo Antonioni spielt sich menschliche Entfremdung meist in moderner Architektur oder Industrielandschaften ab. Daraus darf jedoch nicht vorschnell ein modernitätskritischer Kommentar abgeleitet werden: Die schlichten Flächen und klaren Strukturen scheinen die innere Leere der Protagonisten nur noch klarer zum Ausdruck zu bringen und gewinnen fast eine katalytische Funktion. In "La Notte" (1961) verlieren sich Marcello Mastroianni und Jean Moreau bei einer Party in der Villa eines Millionärs und müssen sich bei aufgehender Sonne am nahen Golfplatz das Scheitern ihrer Ehe eingestehen - so viel Unglück wäre schwer zu ertragen, wenn bei Antonioni nicht immer alles so gut aussehen würde.


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