"Gendertronics" von Club Transmediale, Meike Jansen

Sebastian Fasthuber
FALTER 8/2005

Gendertronics
Der Körper in der elektronischen Musik
Club Transmediale, Meike Jansen
Suhrkamp - 2005
0,00

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Die beiden neuen Bücher "Elektroschock" und "Gendertronics" nehmen sich auf ganz unterschiedliche Weise des Dancefloors an.

Am Anfang war der Schweiß. Oder: "Die Kids, der Schweiß, der Dancefloor", wie es der DJ und Neo-Autor Laurent Garnier ausdrückt. In seinem Buch "Elektroschock" zeichnet der Franzose die Geschichte der elektronischen Tanzmusik vor der authentischen Kulisse finsterer Kellerclubs aus erster Hand nach. Dabei erweist sich Garnier als Dienstleister im besten Sinne, der gleichzeitig unterhält und informiert. Zwischen dem Hedonismus des Summer of Love auf Ibiza und den harschen Bedingungen, unter denen in Detroit Techno als Kunstform geboren wurde, kann sich da schon mal ein verwirrender Haufen an Namen und Fakten ansammeln; Garnier aber verliert nie den Überblick, bleibt präzis und bietet auch noch generös an, die relevante Musik zum Buch über seine Internetradiostation "Pedro Broadcast" mitzuhören.

Zwei Jahre hat Laurent Garnier mit seinem Partner David Brun-Lambert an "Elektroschock" gearbeitet; so gründlich, als sei von einer längst vergangenen Zeit die Rede. Und wenn er gegen Ende stolz von einem Hochkulturausflug ins Pariser Olympia berichtet, hat sich zumindest das mit dem Schweiß ja irgendwie erledigt.

Schwitzen auf der Metaebene ist dagegen in "Gendertronics" angesagt, einem Sammelband zur Körperlichkeit in der elektronischen Musik. Hier wird so intensiv über Subjekt und Subjektlosigkeit, Frauen im Techno und Misogynie im Werk von Kraftwerk nachgedacht, dass einem bald der Kopf raucht. Nur zu gern würde man so manchen Autor mit dem provokanten Schlusssatz des Beitrags von DJ Miss Kittin konfrontieren: "When was the last time you sweat on a dance floor?"


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