Die Kinderflüchtlinge von damals

"Kasperl, Kummerl, Jud" von Otto Tausig

Nina Horaczek
FALTER 42/2010

Kasperl, Kummerl, Jud
Eine Lebensgeschichte. Nach seiner Erzählung aufgeschrieben von Inge Fasan
Otto Tausig
Mandelbaum 2006

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Am Westbahnhof, in der provisorischen Eingangshalle, ganz in der Ecke, steht eine bronzene Skulptur. Ein kleiner Bub ist es, der auf einem bronzenen Koffer sitzt. Das Denkmal erinnert an die 10.000 meist jüdischen Kinder, die mit einem Kindertransport vom Westbahnhof vor den Nazis nach England flüchteten. Alleine, ohne Eltern, durften sie nur einen einzigen Koffer mitnehmen. Der Volksschauspieler Otto Tausig war damals einer dieser Kinderflüchtlinge, von denen heute wieder in den Zeitungen zu lesen ist. In seiner Autobiografie schildert der beliebte Schauspieler seine Flucht nach England als 16-Jähriger, wie er sich im Exil zurechtfand und seine Rückkehr in ein Land, das ihn alles andere als freudig erwartete. Der Theater- und Filmschauspieler, der seine Bühnenkarriere 1999 beendete, hat auch nie vergessen, was es bedeutet, aus seiner Heimat flüchten zu müssen. Er spendet seit Jahren sämtliche Gagen für Kinder in Not.


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