"Die verlorenen Wörter" von Robert Macfarlane, Jackie Morris, Judith Schalansky

Bernd Schuchter
FALTER 9/2019

Die verlorenen Wörter
Robert Macfarlane, Jackie Morris, Judith Schalansky
Matthes & Seitz Berlin - 2018
39,10

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Was haben Efeu, Eisvogel und Wiesel gemeinsam? Ihre Bezeichnungen sind vom Verschwinden bedroht. Was man nicht benennen kann, davon kann man auch nichts wissen. Deswegen setzt die britische Nature-Writing-Ikone Robert Macfarlane in „Die verlorenen Wörter“ jenen Tieren und Pflanzen ein Denkmal, die gerne übersehen und irgendwann aus der Neuauflage eines Wörterbuchs verdrängt werden, da andere Begriffe dem Zeitgeist eher entsprechen.

Ihren Zauber versucht Macfarlane in Gedichten einzufangen, die von Daniela Seel kongenial ins Deutsche übertragen wurden. „Ruft Felsen, was bist du? – Ich bin Rabe!“ Jackie Morris’ Aquarelle erinnern an die Illustrationskunst des 18. Jahrhunderts und machen aus dem Projekt ein Buch der Zauberformeln, in denen sich Geist und Sinne verlieren können. Ein zeitlos schönes Buch, das ohne Paginierung auskommt, ein Gesamtkunstwerk.


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