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"Wie ein junger Hund im hohen Gras" von Peter Cornelius

Wolfgang Kralicek
FALTER 19/2006

Wie ein junger Hund im hohen Gras
Peter Cornelius
Masterfader/Hey-U - 2006
0,00

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Wenn man älter wird, besinnt man sich gern seiner Wurzeln. Auch den Austropopveteranen geht es da nicht anders. Nachdem Wolfgang Ambros, 54, auf den Spuren von Hans Moser wandelte, legt sein gleichaltriger Spezl Joesi Prokopetz nun ein ähnliches Konzeptalbum vor: "Das gibt es Neues - Prokopetz gibt Conrads" (AstorMedia) ist eine als Hommage an den legendären Schauspieler und Entertainer Heinz Conrads verpackte Sammlung von Klassikern des Wiener Liedguts (Hermann Leopoldi etc.). Anders als das opulent arrangierte Ambros-Moser-Album klingt die von Alex Munkás produzierte Prokopetz-CD allerdings ziemlich trashig; dass sich auf dem Cover ein Inserat für das Vitamintonikum Leaton findet, lässt auf eine reife Zielgruppe schließen. Auch die Austropopfans werden eben nicht jünger. Vintage Austropop bietet das neue (Konzept-)Album von Ludwig Hirsch. Es heißt "In Ewigkeit Damen" (Universal), ist ungefähr so halblustig wie sein Titel und wurde von Christian Kolonovits gewohnt streicherlastig instrumentiert. Der sechzigjährige Hirsch kann noch immer nicht singen und ist immer noch dann am besten, wenn's morbid wird. Fast alle Stücke dieser braven und etwas langweiligen Platte handeln von Frauen, nur die "scharfe Marie" ist eine Pumpgun. Auf dem neuen Album von Peter Cornelius findet sich mit "Pyromanin" (Zitat: "Du bist, wie man bei uns so sagt, a Weltkatz von Format") ein Stück, das gut in Ludwig Hirschs Damensammlung passen würde. Musikalisch ist "Wie ein junger Hund im hohen Gras" (Masterfader/Hey-U) angenehm erdig und gitarrenlastig ausgefallen, der 55-jährige Cornelius spielt alles selbst, nur am Schlagzeug saß Christian Eigner (Depeche Mode). Leider stolpert man in den Texten immer wieder über Zeilen wie diese: "Ich kann heute noch durch Kinderaugen schauen."


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