"African Party" von Various


FALTER 19/2008

African Party
Various
Putumayo 2008

Anzeige


Glückliche Menschen aller Ethnien, immer singend, tanzend, lachend: Seit 15 Jahren ist die Multikulti-Harmonie auf den knallbunten Covers das unverändert
unverkennbare Markenzeichen
des Weltmusiklabels Putumayo (Hoanzl). Und auch wenn die naiven Zeichnungen von Nicola Heindl mittlerweile ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirken, hat das musikalische Konzept des New York Labels – thematisch gebundene Kompilationen aus aller Welt – seinen Reiz keineswegs verloren.
Seit 1993 haben der Firmengründer Dan Storper und der Musikwissenschaftler Jacob Edgar 155
Titel zusammengestellt. "Cuba", "French Café", "Latin Lounge" und "Music from the Coffee Lands" heißen einige der größten Erfolge; insgesamt wurden 20 Millionen Alben verkauft, mit einem Teil der Einnahmen werden internationale Hilfsprojekte unterstützt. "Guarenteed to make you feel good", lautet denn auch der passende Gutmenschenslogan des Labels. Ethnomusikologische Feldforschung darf man sich von Putumayo freilich nicht erwarten. Sehr wohl aber kompetente Überblicke über die unterschiedlichsten Spielarten der Weltmusik, die Stars und Neuentdeckungen, Aktuelles und Altbekanntes gleichwertig nebeneinander präsentieren.
Das Firmenjubiläum feiert man mit einer "African Party" und zehn gut gelaunten, tanzbaren Songs, die mit dem stumpfen Stampfen hiesiger Partymusik erfreulich wenig zu tun haben. Die US-Nigerianer von Kotoja und der Simbabwer Oliver Mtukudzi, zwei Putumayo-Urgesteine, sind ebenso dabei wie Maciré Sylla (Guinea), Mapumba (Kongo) oder Bonga (Angola); als spannendste Neuentdeckung darf Chiwoniso aus Simbabwe gelten: Die Sängerin und Virtuosin auf dem Daumenklavier Mbira gibt einen vielversprechenden Vorgeschmack auf ihr demnächst erscheinendes Album.
Auch auf dem Sublabel Putumayo Kids kam gerade ein afrikanisches Album heraus: "African Dreamland", das elf – keineswegs nur für Kinder gedachte – Nachtlieder vereint, u.a. von Ladysmith Black Mambazo (Südafrika), Samite (Uganda) und Habib Koité (Mali). Ein Höhepunkt auch hier: Chiwoniso mit einer zauberhaften Nocturne zum silbrigen Klang der Mbira.


Anzeige

Diese Rezensionen könnten Sie auch interessieren

  • Hard Candy

    Nach zwei Verkaufsflops en suite in den USA ("American Life", "Confessions on a Dance Floor") will Madonna mit "Hard Candy" vor allem auf ihrem...
    Rezensiert von Sebastian Fasthuber in FALTER 19/2008
  • Oracular Spectacular

    Freunde des Glückskekses namens "Time To Pretend", mit dem MGMT den Frühling eingeläutet haben, dürfen aufatmen. Das hippe Brooklyner Duo mit...
    Rezensiert von Sebastian Fasthuber in FALTER 19/2008
  • Vignettes

    Crispell hat mit Anthony Braxton und im London Jazz Composers Orchestra gespielt und ist eine der wichtigsten Pianistinnen des zeitgenössischen...
    Rezensiert von Klaus Nüchtern in FALTER 19/2008
  • The Risk of Burns Exist

    Der Begriff "Rhizmusik" meinte in den späten Neunzigern Laptopfrickeleien, die für Unkundige eher nach Nervensägerei als nach großer Technokunst...
    Rezensiert von Gerhard Stöger in FALTER 19/2008
Alle CD-Rezensionen | Alle Rezensionen aus FALTER 19/2008

Anzeige

Anzeige