Minimal Techno von der Alm!

"Black Noise" von Pantha Du Prince

Sebastian Fasthuber
FALTER 4/2010

Black Noise
Pantha Du Prince
Rough Trade/Beggars Group 2011
€ 15,90

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Hendrik Weber hat früher in der deutschen Indierockband Stella unauffällig den Bass gezupft. Danach etablierte er sich unter dem Künstlernamen Pantha du Prince als einer der prägenden Produzenten des Minimal Techno. Wobei das in seinem Fall zu kurz gegriffen ist; er reizt die Grenzen des Genres aus.
Für "Black Noise" (Rough Trade), sein drittes Album, hat er zunächst in den Schweizer Bergen Field-Recordings gemacht. Im Studio wurde aus den Naturgeräuschen Kunst geformt. Wie immer düster im Klangbild, fährt "Black Noise" zu Beats, wie sie eleganter kaum daherschleichen könnten, unter erhöhtem Steeldrum- und Marimba-Einsatz süchtig machende psychedelische Stimmungen auf.
Selten nur werden akustische Ins­trumente und Elektronik derart schlüssig verwoben. Und mit "Stick to My Side" und Panda Bear von Animal Collective als Stimme findet sich sogar ein heimlicher Pophit. Musik für überreizte Nerven in der Zeit nach der Kapitulation: Pantha du Prince ist der Tocotronic des Techno.
Paul Kominek wiederum ist der Gründer des Dial-Labels, auf dem Pantha du Prince normalerweise veröffentlicht. Er brachte mit seinem elektronischen Folkpop-Projekt Turner schon einige schöne Platten raus und legt jetzt mit "Pawel" ein spätes Debütalbum seines Techno-Alias Pawel vor. Es klingt wie eine Definition seines verlässlich Qualität liefernden Labels. Die Grooves müssen sich nicht zwischen Techno und House entscheiden, und was anfangs monoton anmutet, entwickelt sich über sechs Minuten behutsam zu richtig eingängigen Kleinoden. Die Melodiefetzen graben sich im Loop-Modus langsam in die Gehirnwindungen, Minimal hat lang nicht mehr so melodisch geklungen.
Einen schweren Fall dagegen stellt Aufgang und sein gleichnamiges Album (Discograph/Trost) dar. Das vom Pianisten Francesco Tristano angeführte Piano-Piano-Schlagzeug-Trio bemüht sich um eine Fusion von Klassik und Techno. Während Tristanos Arbeiten mit Moritz von Oswald und Carl Craig in halbwegs geschmackssicheren Bahnen blieben, wird hier viel zu viel Disparates viel zu wild übereinandergeschichtet. Streckenweise spannend, als Ganzes schwer auszuhalten.


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